Ski Alpin
Wenn Carlo Janka durch Ted Ligety ersetzt wird

Das Aargauer Nachwuchs-Skiteam trainiert jeden Mittwochnachmittag auf der Klewenalp. Rund 15 Athletinnen und Athleten versuchen, dabei ihre Technik zu perfektionieren.

Annemarie Keusch
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Pascal Schmid nimmt einen seiner Läufe in Angriff und analysiert die Krise im Schweizer Männerteam.

Pascal Schmid nimmt einen seiner Läufe in Angriff und analysiert die Krise im Schweizer Männerteam.

Annemarie Keusch

Treffpunkt 12 Uhr beim Hero-Areal in Lenzburg. 11.58 Uhr: und noch niemand ist da. «Alle sind meistens sehr knapp dran, weil sie direkt aus der Schule kommen», beruhigt Claudia Süss die schon etwas nervös gewordene Journalistin am Telefon.

Und so ist es dann auch. Nach und nach treffen die jungen Skifahrer ein und schliesslich findet auch der Teambus den Weg nach Lenzburg. 12.10 Uhr: Abfahrt in Richtung Süden auf die Klewenalp.

Auf dem Weg steigen noch zwei weitere Athleten zu. Die Stimmung im Bus ist gut, es wird gelacht und gesungen, die Vorfreude auf die Berge scheint gross zu sein.

Bestens vorbereitet

Tatsächlich, nach rund einer Stunde Fahrt beginnt sich noch vor Beckenried die Wolkendecke zu lichten und erste Sonnenstrahlen erhellen das Gemüt. Angekommen auf der Klewenalp, machen sich die Nachwuchsskifahrer sofort auf den Weg zur Seilbahn.

An der Bergstation werden sofort die Ski angezogen und man macht sich auf den Weg zum Trainingshang, wo Claudia Süss den Kurs bereits gesteckt hat. Heute wird Slalom trainiert.

Motiviert beginnen die heute zehn anwesenden Juniorinnen und Junioren nacheinander die Tore zu passieren. Während des zweistündigen Trainings sollen alle möglichst viele Läufe absolvieren.

«Natürlich steht dabei auch das Qualitative im Vordergrund», betont Süss. Seit neun Jahren ist die 26-Jährige Trainerin des Aargauer Nachwuchskaders.

Für Unterländer sei es besonders schwierig, sich im nationalen Vergleich durchzusetzen. «Andere können täglich nach der Schule trainieren gehen, wir müssen dafür extra über eine Stunde Auto fahren», ist sie realistisch.

Darum sei es besonders wichtig, dass es in näherer Zukunft wieder einmal ein Athlet aus dem Aargau in ein höheres Kader schafft. «Wir wollen den Berglern beweisen, dass wir auch Ski fahren können.»

Ehrgeizige Zielsetzung

Einer, der diesen Schritt schaffen könnte, ist der 12-jährige Pascal Schmid. Seit fünf Jahren steht er im Aargauer Nachwuchskader. «Mein Ziel ist der Weltcup, aber ich weiss, dass ich dafür noch viele Fortschritte machen muss», weiss Schmid.

Die aktuelle Krise des Schweizer Nationalteams hat keinen direkten Einfluss auf das Training der Junioren. «Ich spüre keinen grösseren Druck», sagt er. Klar sei es frustrierend zuzuschauen, wenn Carlo Janka sechs Sekunden auf die Schnellsten verliert, aber ändern könne er daran nichts.

Was sind die Gründe für die aktuelle Krise? «Vermutlich haben sie zu viel Zeit in Materialtests und zu wenig ins technische Training investiert», befürchtet Schmid. Eine Lösung hat er jedoch schon bereit. «Wenn die Schweizer schlecht sind, schaue ich einfach Ted Ligety zu», erzählt er lachend.

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