Der eine kommt aus Baden, einer aus Uster und zwei aus der Westschweiz. Doch alle haben ein Ziel: ein guter Auftritt an den Nachwuchs Weltmeisterschaften in Amsterdam. Mittendrin Daniel Wiederkehr vom Ruderclub Baden. Als Schlagmann will er den U23-Leichtgewicht-Doppelvierer in Holland in den Final führen.

In den letzten Tagen absolvierten die Schweizer Ruderer in Sarnen ein Trainingslager, um sich für die WM den letzten Schliff zu holen. «Im Zentrum stand vor allem das Zusammenbringen der verschiedenen Rudertechniken. Da wir nicht im gleichen Verein sind, ist das eine schwierige Aufgabe», sagt Wiederkehr. Neben diesen Details stand auch der Teamgeist auf dem Programm: «Wir kochten zusammen und wuschen zusammen ab», sagt Wiederkehr. Jetzt weicht die Kochkelle allerdings dem Ruder. Denn spätestens morgen muss alles passen: Auf dem legendären Ruderkurs in Amsterdam, wo 2014 die Weltmeisterschaften der Elite stattfinden werden, geht es im Halbfinale um alles. «Unser Ziel ist das A-Finale am Samstag», gibt Wiederkehr vor. Mindestens unter den besten sechs soll sich der Schweizer Doppelvierer klassieren, mit etwas Wettkampfglück liegt laut Wiederkehr gar noch mehr drin.

Angesteckt von einer Australierin

Zum Rudern gekommen ist Wiederkehr durch puren Zufall. «Wir hatten eine Austauschschülerin aus Australien, welche in der Schweiz eine Sportart suchte.» Sie entschied sich fürs Rudern, ohne zu ahnen, dass bald auch der Gastbruder dem Ruderclub Baden beitreten wird. Heute absolviert Wiederkehr fünf bis neun Trainingseinheiten pro Woche auf dem Stausee Wettingen. Nicht gerade wenig für einen 22-Jährigen, der im letzten Jahr seine Lehre als Hochbauzeichner abschloss und danach die einjährige Berufsmatur absolvierte.

Für ihn ist es die zweite Teilnahme an einer U23-WM. Als Schlagmann ist er dieses Jahr allerdings noch mehr unter Druck. «Ich bin seit Tagen extrem nervös», sagt Wiederkehr, «aber die Vorfreude ist riesig.» Ein erstes Hindernis hat die Schweizer Equipe bereits überstanden: Den gestrigen Vorlauf meisterten sie problemlos. Im schnellsten Lauf belegten die Schweizer hinter Deutschland und Dänemark den dritten Platz.

Trotz der Begeisterung für den Grossanlass schwingt auch etwas Wehmut mit bei Wiederkehr. Für den Aargauer ist es der letzte Wettkampf in der U23-Kategorie. Aus Altersgründen muss der jetzt 22-Jährige ab nächster Saison in der offenen Kategorie starten. Für Wiederkehr ein Schritt ins Ungewisse: «Ich habe keine Ahnung, ob ich mich durchsetzen kann. Zudem steht im nächsten Jahr auch noch das Militär auf dem Programm.» Die Devise ist also klar: «Dieses Mal müssen aller guten Dinge zwei sein, ein drittes Mal gibt es vielleicht nicht mehr.»