Nach drei Goldmedaillen im Vorjahr verlor die Medaillenausbeute von Grossen zwar nicht an Quantität, aber an Glanz. Der sieggewohnte Fuller musste sich nebst dem Prestigesieg im A-Match mit einer silbernen und zwei bronzenen Umhängern begnügen. „Den Königstitel habe ich gerettet. Damit stimmt für mich die Bilanz, weil ich zwar gut, aber eben nicht überragend schoss“, kommentierte der 44-jährige Routinier seine Ausbeute der zwei Wettkampftage. Grossen konstatierte, dass die Wettbewerbe der Kantonalmeisterschaft „auf einem guten Niveau“ geschossen wurden. 

Klauenböschs Gastspiel

Zum Auftakt gab der Ex-Internationale und Schützenkönig von 2010, Christian Klauenbösch, eine Kostprobe seines immer noch vorhandenen Könnens. Der Bottenwiler trat nur im 25-m-Match mit der Standardpistole an und erzielte in allen Durchgängen den Höchstwert. Mit 568 Punkten verfehlte Klauenbösch seinen Aargauer Rekord nur um einen Zähler. Bruno Schenk hielt noch am besten mit und verlor das Zofinger Vereinsduell um acht Punkte. Titelverteidiger Grossen erwischte nicht den besten Abend, rettete aber unbedrängt Bronze über die 60 Schüsse.

Im C-Match auf die 25-m-Distanz fehlte Titelverteidiger Klauenbösch, weil er sich an diesem Tag einer Feuerwehrausbildung unterzog. Bruno Schenk nützte die Gelegenheit und schnappte sich dank Nervenstärke im Duellteil hauchdünn den Sieg vor Dieter Grossen. Bei Punktgleichheit entschieden 18:11 Innenzehner für den Strengelbacher. „Ich bin erstaunt, dass ich mich durchsetzen konnte. Berufsbedingt trainierte ich wenig“, erklärte der 28-jährige Chauffeur. „So schoss ich ohne Druck. Das war wohl der Schlüssel zum Erfolg.“

Überraschungssieg durch Bruno Schenk (Mitte) im C-Match gegen Dieter Grossen (links) und Bernhard Kayser.

  

Nur fünf Schützen beteiligten sich an der Premiere mit der Ordonnanzwaffe. Der Fislisbacher Gregor Broder überraschte als Sieger mit starken 574 Punkten. Beim Pistolennachwuchs dominierte der PC Fahrwangen mit den Siegern Thierry Suhner (U17) und Jessica Niggli (U21).

Grossen im A-Match unerreicht

Im A-Match 50m mit der Freipistole duellierte sich Grossen einmal mehr mit dem Freiämter Patrik Hunn. Schon in der ersten Zehnerpasse distanzierte der Fuller die Konkurrenz vorentscheidend. Der Titelverteidiger schoss anschliessend so konstant, dass Hunn trotz starkem Finish nur noch auf neun Ringe herankam. Mit deutlichem Abstand sicherte sich der Sarmenstorfer Thomas Vock Bronze.

Patrik Hunn schoss im B-Match auf die 50-m-Distanz am präzisesten.

  

Beim B-Match auf die 50-m-Distanz nahm Hunn Revanche. Der Dreikampf gegen die Wohler Klubkollegin Tamara Vock und Grossen ging mit 564:563:562 knapp zu seinen Gunsten aus. Entscheidend war Hunns Stärke in den 30 Schüssen des Präzisionsteils.

Ein Blick in den 50-m-Stand während des B-Matchs.

  

Mit einmal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze behauptete sich Grossen als erfolgreichster Meisterschaftsschütze vor Bruno Schenk und Patrik Hunn mit je einmal Gold und Silber.

Nächster Fixpunkt für die besten Aargauer Pistolenschützen sind die Schweizer Meisterschaften vom 2. bis 7. September in Thun.