Nach dem Schweizermeistertitel und zwei gewonnenen EM-Fights war dies nun schon der 14. Sieg im 14. Kampf, davon sieben durch KO. «Dass ich den WM-Titel gleich bei der ersten Chance und erst noch so schnell holen würde, hätte ich nie gedacht», freut sich Birchler, der seinen dritten KO-Sieg in Serie landen konnte. Der Berner bleibt aber auf dem Boden. «Der WM-Titel beweist mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin.» Ein Weg, der Birchler dereinst in die Glory World Series, die beste Kickboxing-Liga der Welt, bringen soll.

Die Fight Night in der Sporthalle Gries in Volketswil lief unter dem Motto «Boom». Das war ganz nach dem Geschmack von Ueli Birchler. Der 18-jährige Wynauer, Mitglied des Brothers-Gym Olten liess es in seinem ersten WM-Kampf seines Lebens dann auch gehörig krachen. Nach einem sehr kräftigen «Boom» wurde sein Gegner, der 22-jährige Nedzat Hot aus Montenegro in der zweiten Runde nach 129 Sekunden erlöst. Der KO kam in einem WM-Fight -86 Kilogramm der eigentlich auf fünf Runden à 3 Minuten angesagt gewesen war. Und «Boom» war Birchler plötzlich Weltmeister WKU (World Kickboxing and Karate Union).

Der schnellste Weg nach oben

Birchler kennt das Wort Niederlage nur vom Hören sagen. Bei THE STORY 3 in Olten gewann das Mitglied des Brothers-Gym Olten im Mai 2015 den Schweizermeistertitel WKU, dann im Februar dieses Jahres im deutschen Nürtingen erstmals den EM-Titel. Bei THE STORY 4 in der Oltner Stadthalle im Mai dieses Jahres verteidigte er den EM-Titel erfolgreich und meinte danach: «Nun will ich WKU-Weltmeister werden, dies am liebsten im nächsten Jahr hier in Olten.» Bei Birchler scheint ein Jahr nur gerade fünf Monate zu haben, denn nun klappte es mit dem Weltmeistertitel jetzt schon bei der ersten Gelegenheit. «Dass es so schnell gehen würde, dachte ich selbst nicht.» Ein einfacher Gegner war Hot nicht nur des Namens wegen nicht. Nedzat Hot ging mit 18 Siegen und nur zwei Niederlagen in den Ring, doch dort wartete eben Ueli Birchler, der zwar vier Jahre jünger war, aber von seinen 13 bisherigen Kämpfen keinen einzigen verloren hatte. So kam es wie es kommen musste. Birchler gewann zum siebten Mal, zum dritten Mal in Folge, durch KO.

An Masse zugelegt

«Wenn man immer als Sieger aus dem Ring steigt, wird das sonst schon sehr grosse Selbstvertrauen immer noch grösser», meint Birchler, dessen Statur imposante Ausmasse annimmt. «Im Verlaufe eines Jahres habe ich um rund zehn Kilogramm Masse zugelegt, bin nun fast 85 Kilogramm schwer, was sicherlich auch mit meinem Wachstum zu tun hat», so Birchler, der nach wie vor rund 20 Stunden pro Woche im Brothers-Gym in Olten trainiert. Dass der mit Übername „bad boy“ genannte Ueli Birchler auf dem Boden der Realität bleibt, aber dennoch immer sein nächst höheres Ziel im Auge behält, dafür sorgt sein Vater und Trainer Peter Birchler. «Das hier ist erst der Anfang der Geschichte, ist doch die Glory World Series, die beste Kickboxing-Liga der Welt, unser eigentliches Ziel.» Sein Mentor Frizur Besart, Mitinhaber des Brothers-Gym Olten ist sehr stolz auf die Entwicklung Ueli Birchlers. «Er ist und bleibt auf den Spuren seines grossen Idols Andy Hug.»