Radquer

Weltmeister Zdenek und Altstar Kupfernagel gewinnen Süpercross

Am Ende ohne Gegner: Radquer-Weltmeister Zdenek Stybar siegte überlegen.

Am Ende ohne Gegner: Radquer-Weltmeister Zdenek Stybar siegte überlegen.

Ein Weltmeister ist der erste Elite-Sieger des Badener Süpercross. Zdenek Stybar wurde seiner Favoritenrolle auf dem anspruchsvollen Parcours gerecht und siegte klar vor dem Franzosen Francis Mourey und dem besten Schweizer, Lukas Flückiger.

Dieses Trio prägte den Grossteil des Rennens. Flückiger vermochte lange mit den beiden internationalen Top-Cracks mitzuhalten. Erst in der vorletzten Runde musste der Leimiswiler das Spitzenduo ziehen lassen und kam schliesslich mit 24 Sekunden Rückstand auf Stybar ins Ziel. Ganz vorne zündete der Tscheche im letzten Umgang den Turbo und holte auf seinen letzten Begleiter, Mourey, mal noch eben 15 Sekunden heraus.

Zdenek Stybar, der in der Nacht vor dem Rennen nach einer mehrstündigen Anreise aus seiner Heimat erst um 2 Uhr ins Bett gekommen war und sich deshalb nicht sonderlich ausgeruht fühlte, liess am Ende also nichts mehr anbrennen – trotz dreimaligen Velowechsel während des Rennens. «Es war ein sehr hartes Rennen. Francis und Lukas haben mich bis ganz zum Schluss gefordert», resümierte der 25-Jährige, der von der technisch schwierigen Strecke überrascht wurde: «Ich hätte nicht einen derart harten Kurs erwartet», gestand Stybar, der eine Rückkehr nach Baden im kommenden Jahr nicht ausschloss.

Lukas Flückiger, der beste Schweizer, wird bei der 2. Ausgabe des Süpercross nach eigenem Bekunden auf alle Fälle wieder mit dabei sein: «Es war ein geniales Rennen. So macht der Quersport Spass.» Dass er so lange mit den beiden Weltklasse-Cracks hat mithalten können, schrieb er weniger seiner guten Form, sondern eher der Zurückhaltung seiner Konkurrenten zu: «Ich bin sicher, dass die beiden noch viel schneller fahren können.»

Der Sieg der «Grande Dame»

Auch bei den Frauen gehört der erste Eintrag ins «goldene Buch» einem prominenten Namen: Hanka Kupfernagel. Die Deutsche ist eigentlich die «Grande Dame» des internationalen Quersports. Seit Einführung der Cyclocross-Weltmeisterschaft der Frauen im Jahr 2000 belegte sie jedes Mal einen Podiumsplatz, viermal gewann sie Gold. Dass die 37-Jährige in Baden am Start war, entsprang eher dem Zufall. Kupfernagel wurde aus «politischen Gründen» nicht für das Deutsche Frauenteam an der Strassen-Weltmeisterschaft in Kopenhagen aufgeboten. Das wiederum ermöglichte es ihr, am vergangenen Dienstag in Oerlikon am Abendrennen auf der offenen Rennbahn teilzunehmen. Dort wiederum erfuhr sie vom Süpercross in Baden und wurde sich nach der Kontaktaufnahme mit OK-Präsident Christian Rocha schnell einig über eine Teilnahme. Kupfernagel bestritt ihren ersten Querwettkampf der neuen Saison und gewann ihn souverän vor der Schweizer Meisterin Jasmin Achermann.

Alles in allem übertraf die Premiere des Süpercross die Erwartungen aller Beteiligten. Fahrer wie Zuschauer waren begeistert über die idealen Bedingungen auf der Baldegg oberhalb Badens. Und das wunderbare Wetter trug ebenso zum Traumstart bei.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1