Orientierungslauf

Weltmeister Matthias Merz in der Küchenschürze

In der alten Heimat von Matthias Merz: Der 42. Rymenzburger-OL in Beromünster.

In der alten Heimat von Matthias Merz: Der 42. Rymenzburger-OL in Beromünster.

Der 42. Rymenzburger-OL fand erstmals in einem Dorf statt. Etliches zu tun hatte dies mit dem prominentesten Klubmitglied: dem Weltmeister Matthias Merz.

Lachend schöpfte Matthias Merz in der Mehrzweckhalle von Beromünster Penne und Sauce auf die Porzellanteller. Der im letzten Herbst zurückgetretene Weltmeister von 2007 hatte sich als freiwilliger Helfer bei seinem Klub Rymenzburg für die Küchenequipe zur Verfügung gestellt. «Ich engagierte mich im Vorfeld dieses Rennens nicht, also helfe ich am Renntag selber», sagte der 30-Jährige dazu.

Auf den Spuren von Merz

Und Merz hatte viel Arbeit. Mit 509 Startenden in den verschiedenen Kategorien wurden die Erwartungen deutlich übertroffen, und nach dem Rennen verpflegten und stärkten sich die Meisten in der OL-Beiz. Nur den Wenigsten davon dürfte bewusst gewesen sein, dass sie sich zuvor auf ihren Routen auf Merz’ Spuren begeben hatten. Hier, in Beromünster, ging der Beinwiler einst in die Schule. Auf dem Hin- und Rückweg mit dem Velo erarbeitete er sich einen Teil seiner Kondition, die er im OL nutzen konnte. Und für seine Matura-Arbeit stellte er unter anderem eine OL-Karte von Beromünster her.

Erstlingswerk als Grundlage

Diese diente Beni Deppeler, der nun die aktuelle Karte aufnahm, als wichtige Grundlage. «Damals gab es noch keine Normen zum Zeichnen von Sprint-Karten», streicht Merz heraus. Enorm viel Arbeit habe er deshalb in jenes Projekt investiert. «Trotzdem hätte ich wohl heute geflucht, wenn ich nach jener Karte hätte laufen müssen», hielt er selbstkritisch fest. Viel zu detailliert, zu exakt habe er gezeichnet. Dadurch sei die Karte «nicht mehr gut lesbar» gewesen. Von «einem typischen Erstlingswerk» spricht er.

Für die Schulen hat Merz’ Produkt seither dennoch gedient und dafür gesorgt, dass die Schüler wissen, was Orientierungslaufen bedeutet. Am Rymenzburger-OL aber liefen vor allem OL-Geübte. Und sie kamen in den Genuss attraktiver Bahnen, die durch den Dorfkern, die Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser-Quartiere wie auch an und um die historische Stiftskirche St. Michael führten. Lauf- und Kopfarbeit waren gefordert, und diese Kombination sorgte hinterher für Hunderte zufriedener Gesichter.

Mit Weltmeisterin Ines Brodmann

Bekanntester Name im Klassement war Ines Brodmann, die Siegerin auf der längsten Frauen-Strecke. Die Staffel-Weltmeisterin von 2012 lief noch, während ihr Freund Matthias Merz schon lange schöpfte. Die entsprechende Hauptkategorie bei den Männern ging an Marius Hodel (OLV Zug) vor Ismael Röthlisberger (OLG Suhr). Quantitativ und qualitativ stark besetzt waren die Nachwuchskategorien, traten doch die Innerschweizer mit ihren Kadern an.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1