FC Aarau

Weiler: «Mein Ego steht ganz bestimmt nicht im Vordergrund»

Im Mittelpunkt: Aaraus neuer Trainer René Weiler im Interview mit Tele M1.  Alexander Wagner

Im Mittelpunkt: Aaraus neuer Trainer René Weiler im Interview mit Tele M1. Alexander Wagner

Für den 37-jährigen Neutrainer René Weiler ist der FC Aarau eine Herzensangelegenheit. Heute Morgen hat er das erste Training der ersten Mannschaft geleitet.

René Weiler, warum kehrt der FC Aarau mit Ihnen als Trainer zum Erfolg zurück?

René Weiler: Ich bin ein junger, dynamischer und ehrgeiziger Trainer mit Ambitionen. Der FC Aarau hat ebenfalls Ambitionen. Das passt.

Nach den Absagen von Ryszard Komornicki und Raimondo Ponte sind Sie aber nur dritte Wahl: Stört Sie das?

Nein. Würde ich mein Ego in den Vordergrund stellen, wäre ich fehl am Platz. Falscher Stolz bringt rein gar nichts. Sucht ein Verein einen Trainer oder Spieler, dann gibt es fast immer mehrere Kandidaten. Dabei ist das Leid des einen oft das Glück des andern. Ich habe in der Vergangenheit gelernt, mit Siegen und Niederlagen umzugehen.

Hatten Sie beim FC Aarau mit Fredy Strasser einen Fürsprecher?

Das weiss ich nicht. Ich kenne Strasser aus meiner Zeit als Sportlicher Leiter beim FC St. Gallen. Kontakte hatten wir zuletzt keine.

Es gab Stimmen in Aarau, die sich einen erfahrenen Trainer gewünscht hätten. Sie sind erst 37 Jahre alt...

...diese Stimmen kann ich verstehen. Umso mehr, als dass mein Vorgänger auch jung und unerfahren war. Im Fussball gibt es aber immer Dutzende von Meinungen. Entscheidend ist, dass ich meine Arbeit überzeugend und gewissenhaft mache.

Welches sind Ihre Eindrücke nach dem ersten Training?

Die Spieler haben mitgezogen. Sie wirkten zu Beginn allerdings ein wenig passiv. Ich musste sie aufrütteln. Während der Trainingseinheiten erwarte ich von der Mannschaft vollste Konzentration, einen hohen Rhythmus und Begeisterung. Ich will mehr Spass.

Was reizt Sie am FC Aarau?

Für mich ist der Klub eine Herzensangelegenheit. Der FCA war 1994 mein erster Profiverein. Damals hatte ich Angebote von renommierteren Klubs. Ich habe mich für Aarau entschieden, weil ich das familiäre Umfeld und die Atmosphäre im Brügglifeld schätze. Ich freue mich, ein Teilchen in diesem Puzzle zu sein.

Welche Rolle spielen Sie? Sind Sie Trainer und Sportchef?

Zum jetzigen Zeitpunkt ist es ein Traineramt. In dieser Funktion habe ich bei der Rekrutierung von neuen Spielern ein Mitspracherecht, denn ich konnte mir in den vergangenen zehn Jahren ein Beziehungsnetz aufbauen.

Was passiert, wenn der FC Aarau absteigt?

Daran denke ich zu diesem Zeitpunkt nicht. Ich gehe mit positiver Energie an die Arbeit.

Warum hat Sie der FC Schaffhausen aus einem laufenden Vertrag freigegeben?

Interne Dinge gehören nicht an die Öffentlichkeit. Der Ablauf in den vergangenen Tagen war sehr emotional. Der FC Schaffhausen konnte mir die gewünschten sportlichen Perspektiven nicht bieten. Vor allem auch deshalb, weil der Verein in den letzten Wochen eine Kooperation mit GC eingegangen ist. Bezüglich Kaderzusammenstellung werden die Zürcher in Zukunft ein wichtiges Wort mitreden. Ich habe mich dagegen gewehrt. Für Insider war es deshalb nicht überraschend, dass ich aus dem Vertrag ausgestiegen bin.

Zwischen Präsident Aniello Fontana und Ihnen soll es zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen sein. Stimmt das?

Es gab emotionale Gespräche. Aniello Fontana ist ein impulsiver Mensch, und wenn ihm etwas nicht passt, verliert er schnell die Kontrolle. Fontana ist nicht nur eine Kooperation mit GC eingegangen, sondern verhandelt zurzeit auch mit Investoren, und das hat mich beunruhigt. So ist eine seriöse Planung nicht möglich.

Nun gelten Sie im Umfeld von Schaffhausen als böser Bube...

...das kann man positiv sehen. Wenn einer geht, verschwendet man in der Regel keinen Gedanken an ihn. Arbeitet einer aber gut, regt man sich auf. Das spricht nun wirklich nicht gegen mich.

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