Handball NLB

Wegen drohendem Konkurs von Pfadi Winterthur: Steigt der TV Endingen am grünen Tisch auf?

Steigt der TV Endingen um Nemanja Sudzum am grünen Tisch auf?

Der NLA-Klub Pfadi Winterthur braucht bis Ende März 400'000 Franken, sonst droht ein Rückzug der Mannschaft noch in der laufenden Saison. Warum das bei NLB-Klub TV Endingen schlechte Erinnerungen weckt.

Der Schweizer Handballszene droht ein turbulenter Frühling: Anfang Woche hatte der Traditionsklub Pfadi Winterthur bekannt gegeben, dass er mit grösseren finanziellen Problemen kämpft. Konkret: Kommen bis Ende März nicht 400 000 Franken zusammen, droht gar ein Rückzug der NLA-Mannschaft aus der laufenden Meisterschaft.

Was das für den Spielbetrieb heissen würde, ist unklar. Denn: Ein solches Szenario ist in den Reglementen der Liga nicht geregelt, wie es vonseiten des Schweizerischen Handball-Verbandes (SHV) heisst. «Das müsste man individuell anschauen und daraus Konsequenzen ziehen», sagt Matthias Schlageter, der beim Verband für die Kommunikation der Liga verantwortlich ist.

SHV hofft auf Lösung im «Sinne des Sports»

Der SHV setze aber alles daran, dass «eine Lösung im Sinne des Sports und zugunsten des Erhalts des Traditionsstandorts Winterthur» gefunden werden könne. Beim Verein selber wird im Sinne einer solchen Lösung mit Crowdfunding und weiteren Aktivitäten nach finanzieller Unterstützung gesucht.

Ein Rückzug von Pfadi Winterthur könnte auf die kommende Saison hin auch Auswirkungen auf die NLB und damit auf den Aufstiegsanwärter TV Endingen haben. Nach ihrem Abstieg aus der NLA im Frühling 2018 duellieren sich die Surbtaler an der Spitze der Tabelle mit den Lakers Stäfa um den NLB-Meistertitel und damit um den Aufstieg. Im Falle eines Rückzuges von Pfadi könnte aber im Frühling auch der zweite Platz in der NLB zum Aufstieg reichen.

Nämlich dann, wenn die Liga trotz Rückzug an einem NLA-Absteiger festhalten würde. Mit solchen Szenarien will man sich in Endingen aber gar nicht erst beschäftigen: «Wir fokussieren uns voll auf unsere eigene sportliche Leistung und wollen den Aufstieg aus eigener Kraft schaffen», sagt TVE-Geschäftsführer Christian Villiger.

Schlechte Erinnerungen an 2006

Kein Wunder, konzentriert man sich beim TVE lieber auf sich selbst. Kommen doch in diesem Zusammenhang Erinnerungen an den Sommer 2006 auf. Damals zog sich der HC Zentralschweiz aus finanziellen Gründen aus der NLA zurück. Am grünen Tisch aber kamen nicht etwa die zum Ende der Saison 2005/06 in der NLB zweitplatzierten Surbtaler zum Handkuss.

Stattdessen begünstigte der Verband den Genfer Erstligaklub Chênois-Servette mit einer Aufstiegs-Wildcard. Beim TV Endingen fühlte man sich damals aus nachvollziehbaren Gründen übergangen. Der Verband aber hatte seinen Entscheid aufgrund des Reglements, das in nicht geregelten Fällen explizit einen Entscheid der Wettspielkommission vorsah, korrekt getroffen.

Der TV Endingen tut gut daran, sich nicht auf solche Szenarien zu stützen und den Aufstieg sportlich anzustreben.

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