Es sah aus wie ein Abschiedsgruss: Nach seinem Penaltytor gegen den FC Wil stand Olivier Jäckle vor die Haupttribüne im Brügglifeld und salutierte mit der ausgestreckten Hand an der Schläfe. Adressat: Stefan Maierhofer. Hintergrund: Maierhofer hatte am Vortag des ersten Rückrundenspiels ein Angebot aus Saudi-Arabien erhalten, wollte dieses annehmen und stand deshalb gegen die Ostschweizer nicht auf dem Platz.

Jäckle war zu diesem Zeitpunkt nicht alleine mit der Annahme, der «Major» sei beim FC Aarau Geschichte. Doch am Wochenende drehte sich das Blatt: Die Araber entschieden sich für einen anderen Stürmer und sagten Maierhofer ab.

«Courant normal»

Die Folge: Maierhofer hat – mir nichts, dir nichts – am Montag wieder mit dem FC Aarau trainiert und am Dienstagabend mit den anderen gegen Wil nicht eingesetzten Akteuren das Testspiel gegen den FC United Zürich 2:0 gewonnen.

«Courant normal» also nach dem Wechsel-Wirrwarr um Maierhofer? Die FCA-Verantwortlichen finden «ja» und betonen, es bleibe nichts hängen. Trotzdem stellen sich Fragen: Geht beim nächsten Angebot, das Maierhofer schon heute erreichen kann, das Spielchen von vorne los? Ist Maierhofer im Kopf frei oder hemmt ihn die Enttäuschung über den geplatzten Traum von Arabien auf dem Platz? Hat Maierhofer seinen Stammplatz beim nächsten Spiel in Rapperswil-Jona wieder auf sicher oder muss er sich hinten anstellen, nachdem die Mannschaft den FC Wil ohne ihn besiegte? Und wie denken die Teamkollegen über einen in ihren Reihen, der keinen Hehl aus seinen Abwanderungsgelüsten macht?

Es sind Fragen, die sich aus einem Grund stellen: Statt das Angebot aus Saudi-Arabien bis zu einer Entscheidung für sich zu behalten, hat Maierhofer offen damit geliebäugelt und Staub aufgewirbelt. War dieses Verhalten richtig oder falsch?