Wasserspringen
«Das Potenzial für eine Topplatzierung ist da»: Michelle Heimberg will erste Olympia-Medaille für die Schweiz holen

Michelle Heimberg aus Fislisbach befindet sich momentan in der Form ihres Lebens. Nach der erfolgreichen Olympia-Qualifikation und der Silbermedaille an der EM peilt die Wasserspringerin aus Fislisbach an den Olympischen Spielen den grossen Coup an.

Nicolas Blust
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Es waren die wohl aufregendsten Wochen ihrer noch jungen sportlichen Karriere. Erst sichert sich Michelle Heimberg am Weltcup in Tokio die Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen. Zwei Wochen später holt die Wasserspringerin aus Fislisbach ihre dritte EM-Medaille mit dem zweiten Platz vom 1-Meter-Brett.

Michelle Heimberg (rechts) posiert mit ihrer EM-Silbermedaille. Lediglich die Italienerin Elena Bertocchi stand der Aargauerin vom 1-Meter-Brett vor der Sonne.

Michelle Heimberg (rechts) posiert mit ihrer EM-Silbermedaille. Lediglich die Italienerin Elena Bertocchi stand der Aargauerin vom 1-Meter-Brett vor der Sonne.

Tamas Kovacs / AP

Michelle Heimberg genoss zu Hause ihre wohlverdienten Ferien. Nach kräfteraubenden Wochen lud die 20-Jährige ihre Batterien wieder auf. Lange Zeit zum Verschnaufen blieb ihr aber nicht. Schon vergangene Woche begann die Vorbereitung auf ihr bisheriges Karriere-Highlight in Tokio.

Kaum Wettkämpfe bis zu den Olympischen Spielen

«Die grosse Planung passiert erst in den kommenden Tagen», sagt Heimberg. Trotzdem ist bereits jetzt klar, dass sie bis zu den Olympischen Spielen nicht mehr viele Wettkämpfe bestreiten wird. Das liegt daran, dass die meisten Anlässe aufgrund des Coronavirus abgesagt wurden. Einzig Anfang Juli findet noch ein Weltcup in Bozen im Südtirol statt. Dieser könnte für Heimberg dann die Olympia-Generalprobe sein.

Zurück in der Heimat hatte Michelle Heimberg erstmals die Möglichkeit, die letzten Wochen Revue passieren zu lassen: «Ich ziehe eine sehr positive Bilanz. Die Form im Hinblick auf die Olympischen Spiele stimmt auf jeden Fall.» Zwar sei ihr der Abschluss der EM in Budapest nicht ganz gelungen, das sei aber kein Grund für Trübsal.

Leichte Enttäuschung nach verpasster EM-Medaille vom 3-Meter-Brett

Vom 3-Meter-Brett, eigentlich Heimbergs Paradedisziplin, konnte sie ihren Exploit vom 1-Meter-Brett leider nicht wiederholen. «Der fünfte Platz war zu Beginn ein bisschen eine Enttäuschung», sagt Heimberg und fügt an: «Die Erwartung an mich selber war wohl zu gross.» Trotzdem zeigte die Aargauerin einen guten Wettkampf. Lediglich der dritte von fünf Sprüngen gelang ihr nicht wie gewünscht. «Wenn das Niveau so hoch ist, mag es das nicht verleiden», sagt Heimberg über ihren verpatzten dritten Sprung. Trotzdem nimmt die 20-Jährige das Positive aus dem 3-Meter-Final mit: «Das Potenzial für eine Topplatzierung ist auf jeden Fall da.»

Pünktlich zum Olympia-Sommer befindet sich Michelle Heimberg in bestechender Form.

Pünktlich zum Olympia-Sommer befindet sich Michelle Heimberg in bestechender Form.

Privat

Dass sie momentan zu den besten Wasserspringerinnen gehört, zeigte Heimberg vier Tage zuvor. Vom 1-Meter-Brett holte sie sensationell die Silbermedaille. Ein Erfolg, mit dem die Fislisbacherin nicht gerechnet hätte, da sie diese Saison ihren Fokus voll auf das 3-Meter-Brett richtete.

Vorbereitung auf die Olympischen Spiele läuft auf Hochtouren

Nun gilt es also, die Augen Richtung Olympia zu richten. Dabei geht Heimberg den gleichen Weg weiter, den sie seit Jahresbeginn konsequent verfolgt. Grund für eine Änderung gibt es keinen, führte dieser Weg sie ja bereits an die Olympischen Spiele und zu einer EM-Medaille. «Mein Selbstvertrauen ist hoch und das Vertrauen in die Planung ebenfalls», sagt Heimberg selbstbewusst.

Nun legt Heimberg die volle Energie in die Vorbereitung der kommenden Wochen. Die 20-Jährige hat im Sommer die Möglichkeit, einen historischen Erfolg zu erzielen. Bis jetzt holte die Schweiz noch kein Olympisches Edelmetall im Wasserspringen. Michelle Heimberg könnte das jedoch schon bald ändern.