NLA-Handball

Warum Milos Cuckovic dem HSC Suhr Aarau fast fünf Gegentreffer pro Partie einspart

HSC-Torhütertrainer Milos Cuckovic in seinem Element an der Seitenline.

HSC-Torhütertrainer Milos Cuckovic in seinem Element an der Seitenline.

Der HSC Suhr Aarau hat diese Saison bisher nur 21 Treffer pro Partie kassiert – das ist auch das Verdienst der Torhüter, die seit der vergangenen Saison vom 37-jährigen Serben Milos Cuckovic trainiert werden.

Er steht gar nicht auf der Platte. Und trotzdem ist ausgerechnet er der Mann, der seiner Mannschaft fast fünf Gegentreffer pro Partie einspart: Milos Cuckovic, seit Sommer 2019 Torhütertrainer des HSC Suhr Aarau.

Seither kassiert der HSC stetig weniger Tore. 25,69 Gegentreffer musste der Aargauer NLA-Verein in der Saison 2018/19 hinnehmen. Nach der Ankunft des 37-jährigen Serben sank dieser Wert in der coronabedingt verkürzten Spielzeit 2019/20 auf deren 23,56, in der laufenden Saison liegt er nach 13 Meisterschaftspartien bei sage und schreibe 21,00 Gegentreffern.

Fast fünf Treffer weniger kassiert Suhr Aarau also seit seinem Amtsantritt – pro Partie. «Obwohl ich ausführliche Statistiken in vielen Bereichen mache, war mir das so nicht bewusst», sagt Cuckovic angesprochen auf den fast schon unglaublichen Wert und ergänzt:

HSC-Torhütertrainer Milos Cuckovic (l.) bespricht sich mit seinen Schützlingen Dragan Marjanac (r.) und Dario Ferrante.

HSC-Torhütertrainer Milos Cuckovic (l.) bespricht sich mit seinen Schützlingen Dragan Marjanac (r.) und Dario Ferrante.

Innert dreier Monate Deutsch gelernt

Fragen beantwortet Cuckovic in fliessendem Deutsch, obwohl er noch bis im Februar 2019 kein einziges Wort Deutsch gesprochen hatte. Danach erarbeitete er sich nach dem Angebot des HSC innert dreier Monate in einem privaten Intensivkurs die neue Sprache. Cuckovic, dessen Lebensmittelpunkt mittlerweile seit bald anderthalb Jahren in der Schweiz liegt, erklärt:

Seit Anfang dieses Jahres wohnen nun auch seine Ehefrau Tamara sowie die gemeinsamen Kinder Tara und Luka in Suhr. Die siebenjährige Tochter wurde im Sommer eingeschult und findet sich auch schon bestens auf Schweizerdeutsch zurecht, der zweijährige Sohn rattert auf Kommando seines Vaters bereits die komplette Aufstellung des HSC herunter.

«Wir fühlen uns sehr wohl in Suhr», sagt Cuckovic, der zusammen mit seiner Familie in der Wohnung gleich unterhalb seines ehemaligen Belgrader Teamkollegen Dragan Marjanac und dessen Familie wohnt.

Der HSC stellt die beste Defensive der NLA

Ebendieser Marjanac (35) bildet zusammen mit Dario Ferrante (27) und dem derzeit verletzt ausfallenden Talent Leo Grazioli (19) das Torhütertrio des HSC, das von Cuckovic zu immer noch besseren Leistungen gecoacht wird.

Nur zehn beziehungsweise drei Mal mussten die Torhüter Dragan Marjanac und Dario Ferrante vor anderthalb Wochen beim deutlichen 25:13-Heimsieg des HSC Suhr Aarau gegen den BSV Bern hinter sich greifen. Nur gerade 13 Gegentreffer liessen die Aargauer zu – so wenige wie kein anderes NLA-Team im bisherigen Saisonverlauf.

Neben den überragenden Torhüterleistungen – sowohl Marjanac als auch Ferrante kamen auf eine Abwehrquote von fast 60 Prozent – verfehlten auch das Gegenpressing, mit dem der HSC die gegnerischen Angriffsversuche häufig bereits im Keim erstickt, und die starke Deckung, der HSC stellt mit 273 Gegentreffern in 13 Partien auch in dieser Saison die mit Abstand beste Defensive der Liga, ihre Wirkung nicht.

HSC-Cheftrainer Misha Kaufmann (vorne) ist voll des Lobes für seinen Torhütertrainer Milos Cuckovic.

HSC-Cheftrainer Misha Kaufmann (vorne) ist voll des Lobes für seinen Torhütertrainer Milos Cuckovic.

Die starken Torhüterleistungen sind auch Misha Kaufmann nicht entgangen:

Für die Zusammenarbeit mit seinem Goalietrainer hat der HSC-Cheftrainer nur Lob übrig.

Donnerstag: Live-TV-Spiel bei GC Amicitia

Cuckovic beweist beim HSC gerade das riesige Potenzial seiner Arbeit. Es scheint deshalb nur eine Frage der Zeit, bis man auch andernorts auf ihn aufmerksam wird.

Fast fünf eingesparte Gegentreffer pro Partie sind durchaus ein Argument. Kommt der «Spar-Effekt» auch heute Abend (19.15 Uhr/live «Sport 1») auswärts gegen GC Amicitia wieder zum Tragen?

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