Fussball
Warum der FC Wohlen mit Bordoli wohl nicht verlängern wird

Livio Bordoli, der Trainer der FC Wohlen, spürt, dass seine Zeit beim Freiämter Challenge-League-Verein am 25. Mai mit dem Heimspiel gegen Schaffhausen ablaufen wird. Warum der Vertrag des Wohler Trainers wohl nicht verlängert wird.

Ruedi Kuhn
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Wohlen-Trainer Livio Bordoli beim Match gegen den FC Aarau

Wohlen-Trainer Livio Bordoli beim Match gegen den FC Aarau

Sonntag, 10 Uhr. Es ist der Tag nach dem Derby gegen den FC Aarau. Der Wohler Chefcoach Livio Bordoli sitzt mit seiner Lebenspartnerin Mimosa auf der Gartenterrasse vom Restaurant Linde in Büttikon. Die beiden trinken einen Espresso. Das 2:2 im Duell der Kantonsrivalen vor der einmaligen Kulisse von 4250 Zuschauern ist Geschichte. Der Mann von der Presse spricht lieber über die Zukunft und rückt nach einem kurzen Abtasten mit den zwei wegweisenden Fragen heraus: Livio Bordoli, warum haben die Wohler Klubbosse mit Ihnen nicht längst über eine Vertragsverlängerung gesprochen? Ist der Abgang beschlossene Sache?

Bordoli zögert mit der Antwort, reagiert dann auf das für ihn delikate Thema erstaunlich ruhig und sagt: «Diese Frage habe ich mir in letzter Zeit oft gestellt. Es gab tatsächlich keine Gespräche. Eine innere Stimme sagt mir deshalb, dass ich den FC Wohlen Ende Saison verlassen muss.»

Bordoli spürt, dass seine Zeit beim Freiämter Challenge-League-Verein am 25. Mai mit dem Heimspiel gegen Schaffhausen ablaufen wird. Auch wenn er aus seiner Enttäuschung kein Geheimnis macht, bleibt er sachlich und sagt: «Ein Trainer muss im Fussballgeschäft mit allem rechnen. Ich bin dem FC Wohlen nicht böse. Der Verein hat alle Rechte und kann tun und lassen, was er will.»

Vorwurf der Planlosigkeit

Zum Bruch zwischen dem FC Wohlen und Bordoli kam es nach dem Heimspiel gegen Winterthur Ende Februar. Präsident Andreas Wyder kritisierte den Tessiner nach dem glücklichen 1:1 gegen die Zürcher heftig und sagte im Interview mit der Aargauer Zeitung: «Ich hoffe, dass Bordoli im nächsten Spiel gegen Delémont einen Plan hat. Gegen Winterthur hatte er keinen.» Diese Kritik traf Bordoli mitten ins Herz. Danach holte Wohlen gegen Delémont (3:0) und Lausanne-Sport (2:1) zwar sechs Punkte, aber das Tuch zwischen der Führungsetage und Bordoli war zerschnitten.

Erst Ligaerhalt, dann Trainerfrage

Bordoli rechnet also damit, dass das Arbeitsverhältnis zwischen ihm und dem FCW am 15. Juni zu Ende gehen wird. Für den Challenge-League-Verantwortlichen René Meier ist die Trainerfrage zum jetzigen Zeitpunkt kein Thema. «Über den Trainer», sagt der Notar, «wird der Verwaltungsrat erst dann diskutieren, wenn der Ligaerhalt geschafft ist. Vorher ist alles nur Spekulation.»

Tatsächlich? Ist die Nachfolge von Livio Bordoli nicht schon geregelt? Heisst der neue Mann an der Seitenlinie des FC Wohlen nicht wieder Martin Rueda?