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Vorläufig ausgetanzt – Endingen verliert Derby gegen Baden

Baden bodigt den Aufstiegsfavoriten aus Endingen und zwingt die Handball-Chronisten zu einem historischen Eintrag. Zum Mann des Spiels avancierte Badens Schlussmann Marco Wyss.

Calvin Stettler
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Marco Wyss bringt Endingen zum Verzweifeln.
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Badens Trainer Bjoern Navarin konnte zufrieden sein.
Zoltan Cordas im ersten Time Out
Remo Hochstrasser bodigt Endingen mit seinem Geschoss.
Endingen mit Sebastian Kaiser versuchte viel, scheiterte aber meist an den cleveren Badener.
Marco Wyss bringt Endingen zum Verzweifeln.

Marco Wyss bringt Endingen zum Verzweifeln.

fotojaus.ch

In den sonst so kühlen Katakomben der Wettinger Tägihalle entfachte plötzlich eine brennende Euphorie. Ein «Haka». Die Akteure des TV Endingen zelebrierten vor dem gestrigen Spiel gegen den STV Baden eine eigene Interpretation des neuseeländischen Akts, der oft als Kriegstanz verstanden wird. Mit Krieg hatte die Begegnung freilich nichts zu tun, dennoch versprach das Derby äusserst brisant zu werden.

Überragender Städtli-Schlussmann

Denn bereits in den ersten Minuten schien die Surbtaler Tanzeinlage eher Energie gekostet, statt geschürt zu haben. Es waren die Badener, die das Zepter in die Hand nahmen – und schon nach sieben Spielminuten mit zwei Toren in Front lagen. Die junge Mannschaft von Städtli-Coach Björn Navarin erzwang sich mit mutig und meist erfolgreich vorgetragenen Spielzügen den nötigen Respekt. Es verwunderte daher nicht, dass Endingen-Coach Cordas bald an der Seitenlinie herumtigerte.

Das Derby polarisierte. Städtli verkörperte das neu gewonnene Selbstvertrauen aus dem jüngsten Sieg gegen Basel. Die Abwehr gefestigt und im Angriff zielstrebig und frech. Den Surbtalern allerdings einen apathischen Auftritt nachzusprechen, wäre falsch. Vielmehr scheiterte Endingen abermals am überragenden Städtli-Schlussmann Marco Wyss. Und wenn Wyss nicht zur Stelle war, so unterband die Torumrandung die angesetzten Jubelschreie des Heimteams. Über 50 Prozent aller Schüsse sollte Wyss am Ende des Abends halten. So lagen die Männer von Björn Navarin zur Spielhälfte in Front.

Mit Händen und Füssen verteidigt

Nur ein einziges Mal konnte Endingen dasselbe von sich behaupten – und zwar in den ersten 145 Sekunden des Spiels. Nicht zuletzt, weil Städtli auch im zweiten Abschnitt vor allem in der Abwehr gross auftrumpfte und so den Vorsprung mit Händen und Füssen verteidigte. Vor allem die Körperglieder von Schlussmann Marco Wyss waren es, die der Endinger Druckphase standhielten.

Die Konsequenz: Ratlosigkeit im Gesicht von Zoltan Cordas. Bereits vor Spielschluss gratulierte Cordas seinem Gegenüber zum Sieg. 25:21 bodigte Städtli den Kantonsrivalen. Verdient. Der Vollerfolg ist gar historisch, denn erstmals gewannen die Badener ein offizielles Meisterschaftsspiel gegen die Surbtaler. «Ich gehe immer mit einer gewissen Grundskepsis in die Spiele gegen Endigen, aber wir haben heute gezeigt, dass wir in der Liga mithalten können», so ein frenetischer Marco Wyss.

Auch sein Chef attestierte ihm Bestnoten. Von solchen konnte ein bedienter Zoltan Cordas nur träumen: «18 verschossene Mann-gegen-Mann-Duelle und 8 technische Fehler. Was will man sonst noch dazu sagen?» Eines steht fest: Der TV Endingen hat vorläufig ausgetanzt.

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