Fussball
Vorhang auf zum Abstiegsdrama: Schafft Wohlen schon heute den Ligaerhalt?

In der Challenge League spielt der FC Wohlen am Mittwoch in Winterthur, Konkurrent Locarno empfängt Lugano. Mit einem Sieg könnten die Freiämter bei einer gleichzeitigen Niederlage Locarnos den Ligaerhalt vor der letzten Runde vom Samstag schaffen.

Ruedi Burkart
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Die Ruhe vor dem Sturm? Ein äusserlich entspannter FCW-Coach Ciriaco Sforza lässt sich in Schaffhausen von und mit dem Fussball-Nachwuchs fotografieren.

Die Ruhe vor dem Sturm? Ein äusserlich entspannter FCW-Coach Ciriaco Sforza lässt sich in Schaffhausen von und mit dem Fussball-Nachwuchs fotografieren.

Ruedi Burkart

Nach 34 von total 36 Meisterschaftsrunden spitzt sich der Kampf gegen den Abstieg in die 1. Liga immer mehr zu. Die brisante Ausgangslage 180 Minuten vor Ende der Saison: Drei Teams können noch absteigen. Allerdings: Der Tabellenachte Chiasso mit vier Punkten Vorsprung auf den «Strich» und der besten Tordifferenz aller Beteiligten dürfte kaum mehr ins Zittern geraten. In Wohlen und Locarno jedoch herrscht vor der heutigen zweitletzten Runde Hochspannung.

Dabei schien vor zweieinhalb Wochen nach dem 3:0-Heimsieg der Wohler gegen Locarno eine Vorentscheidung im Abstiegskampf gefallen zu sein. Doch in den folgenden drei Runden verblüffte die junge Tessiner Mannschaft mit ihrer Moral, die sie trotz der finanziellen Ungewissheit an den Tag legt. Der Höhepunkt war der 2:1-Sieg in Wil. Und nun darf das Team von Trainer Stefano Maccoppi daheim gegen Lugano ran. Auch wenn Lugano-Coach Livio Bordoli betont, dass es kein Tessiner Päckli geben werde («wir wollen gewinnen und Rang zwei holen»), Locarno dürfte heute kaum punktelos bleiben.

Und Wohlen? Die Freiämter müssen in Winterthur ran (18.30 Uhr, Schützenwiese). Zuletzt spielte das Team von Coach Sforza zweimal remis, und beide Male fielen in der Schlussphase die entscheidenden Treffer. Beim 2:2 gegen Chiasso vor einer Woche kassierte man in der 93. Minute ein Gegentor, beim 1:1 am Samstag in Schaffhausen schoss Joel Geissmann den Ausgleich nach 90 Minuten.

Wohlens Captain Michael Winsauer schaut dem heutigen Spiel positiv entgegen. «Der späte Ausgleich gegen Schaffhausen macht uns Mut. Wir sind bereit, auch wenn wir wissen, dass es in Winterthur schwer werden wird.» Weil Innenverteidiger Pnishi nach seinem Platzverweis gesperrt ist, wird Winsauer wohl in die Startformation zurückkehren.

Wohlens heutiger Gegner hat eine sportlich enttäuschende zweite Saisonhälfte hinter sich. Nach den ersten 18 Spielen noch mit Chancen auf eine Spitzenrangierung, kriegte das Team von Trainer Boro Kuzmanovic nach der kurzen Winterpause kein Bein mehr vors andere und gewann nur zweimal. Und versank im Niemandsland der Tabelle. Da die Zürcher zurzeit auch zahlreiche Absenzen zu beklagen haben, darf man aus Freiämter Sicht durchaus ein positives Resultat erwarten.

Bitter nötig wäre ein Punkgewinn allemal.