Dann war er endlich da. Der Moment, als Naomi Plüss nach dem gewonnenen Finale des Schweizer Cups den Pokal in die Höhe stemmen durfte. Der Captain des RHC Vordemwald sagt: «Meine Freude war natürlich riesig, daneben verspürte ich eine grosse Erleichterung.» In den letzten beiden Jahren verlor Vordemwald das Endspiel. «Wir wollten, dass das nicht noch mal passiert», sagt die 19-jährige Naomi Plüss und lacht, «schön, dass wir dieses Mal jubeln durften.»

2014 war Vordemwald an Uttigen gescheitert. 2015 mussten die Aargauerinnen die Trophäe Diessbach überlassen. So hatten sie mit den Bernerinnen heuer definitiv eine Rechnung offen. Und Vordemwald erwischte einen guten Start in die Partie. In der 5. Minuten schoss Stephanie Moor den RHCV in Front. Diessbach kam während der gesamten Partie kaum zu Chancen, da Vordemwald eine energische Verteidigung aufzog und das Spiel der Kontrahentinnen so früh störte.

Paula Abrego erhöhte in der 21. Minute mit einem Schuss aus der zweiten Reihe auf 2:0. Naomi Plüss lenkte kurz vor der Pause den Ball zum 3:0 ins Tor. Den Ehrentreffer für Diessbach erzielte in der 33. Minute Jenny Odermatt. Es war ein kurzes Aufbäumen des Gegners, der in der Folge weder einen Freistoss, noch eine zweiminütige Überzahlphase zu einem weiteren Treffer nutzen konnte. «Wir konzentrierten uns ganz auf uns, zogen unser Spiel durch», blickt Naomi Plüss auf den Match zurück, «das ist etwas, das wir besser machen als früher.»

Der RHC Vordemwald hat in dieser Saison noch mal einen Schritt nach vorne gemacht. «Dass wir seit Jahren seriös auf das Ziel Double hinarbeiten, zahlt sich nun aus. Wir haben im Cup wirklich gut gespielt», sagt Naomi Plüss, die eine Lehre zur Gestalterin Werbetechnik absolviert. Mit dem Trainerwechsel von Simon Wuffli zu Sandro Moor und Andreas Schmied sei auf die laufende Spielzeit hin frischer Wind in die Mannschaft gekommen.

In der Meisterschaft kann den Vordemwalderinnen bisher niemand das Wasser reichen. Alle neun Partien entschieden die Aargauerinnen für sich. Die Spiele seien für sie aber keine Selbstläufer. «Auch wir haben zittrige Phasen, einfach kamen wir auch im Cupfinal nicht zum Sieg», betont Naomi Plüss. Sie stand mit vier Jahren erstmals auf den Rollschuhen und begann kurz darauf mit jenem Sport, den schon ihre Eltern ausübten. «Mit dem Cupsieg haben wir die erste Hälfte unseres Ziels erreicht, nun heisst es Vollgas geben in der Meisterschaft», schaut Naomi Plüss nach vorne. «Wir wissen, was wir können und wollen uns heuer endlich das Double sichern.»