FC Aarau Frauen
Vor der Zerreissprobe gegen GC: Die neue aus Island solls richten

Die Isländerin Run Fridriksdottir (25) bringt internationales Flair in den Aarauer Schachen. Uns erklärt sie, weshalb sie sich für die FC Aarau Frauen entschied, obwohl sie in Bern studiert.

Nicola Imfeld
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FCA-Transfer Run Fridriksdottir fing als Achtjährige mit dem Fussball an.

FCA-Transfer Run Fridriksdottir fing als Achtjährige mit dem Fussball an.

SEVERIN BIGLER

Vor rund zwei Wochen kam sie als Studentin in die Schweiz, jetzt steht sie als Fussballerin im Mittelpunkt. Run Fridriksdottir, aus dem Städtchen Hafnarfjördur nahe der Hauptstadt Reykjavík auf Island.

Ganz Profi erscheint die Neuverpflichtung der FC Aarau Frauen im Poloshirt ihres neuen Vereins zum Fotoshooting mit der «AZ». Sie kramt ihre Kickschuhe aus der Trainingstasche hervor und wirft sie lässig über ihre Schultern, ehe sie sich lächelnd der Kamera zuwendet. Nervosität? Fehlanzeige! Anders als die meisten ihrer neuen Teamkolleginnen ist sie sich die mediale Aufmerksamkeit von Zuhause gewohnt. Ihr Stammklub Haukar werde vor wichtigen Spielen des Öfteren von Journalisten begleitet, erzählt Fridriksdottir in fliessendem Englisch. Was verschlägt eine solch gestandene Frau in ihren Mittzwanzigern aus Island zu den NLA-Aufsteigerinnen in den Schachen?

Austauschprogramm der Uni

«Nicht primär der Fussball», antwortet sie und lächelt. Der Grund für ihren internationalen Transfer ist ein Austauschprogramm zwischen den Universitäten von Reykjavík und Bern, woran die sympathische Nordländerin teilnimmt. In der Schweizer Hauptstadt absolviert Fridriksdottir die ersten zwei Semester ihres Masterstudiums in Biomedizinischen Wissenschaften.

Anders als die meisten ihrer Freunde habe sie sich nicht für die in Island üblichen Studiendestinationen wie Schweden oder Norwegen begeistern können. «Ich bin eher der Typ, der gegen den Strom schwimmt. In diesem Fall bedeutete dies, dass ich die Schweiz als ‹exotische› Destination auswählte, anstelle eines skandinavisches Landes.»

 Rún Friðriksdóttir aus Island spielt für die Saison 2017/2018 für die FC Aarau Frauen. Aufgenommen bei der Sportanlage Schachen Aarau, am 26. September 2017.

Rún Friðriksdóttir aus Island spielt für die Saison 2017/2018 für die FC Aarau Frauen. Aufgenommen bei der Sportanlage Schachen Aarau, am 26. September 2017.

SEVERIN BIGLER

Ferien in Lugano

Obwohl, so ganz fremd ist die Schweiz Fridriksdottir nicht. Ihr Stiefvater lebt in Lugano. Ihn hat sie früher als Jugendliche mehrmals besucht. Und vor ihrem Bachelorstudium wohnte die Mittelfeldspielerin sogar ein ganzes Jahr lang in der Romandie. «Ich habe in Lausanne französisch gelernt. In dieser Zeit habe ich mich in die Schweiz verliebt.»

Vergleichen möchte sie ihre Ferienaufenthalte in Lugano sowie das Sprachjahr in Lausanne aber nur ungern mit ihrem aktuellen Leben in Bern. «Die Deutschschweiz ist halt schon etwas ganz anderes als die italienische oder französische Schweiz», sagt sie.

Zerrissene Jeans, ein gutes Omen?

Auch der Grund, weshalb Fridriksdottir jetzt für die FCA-Frauen aufläuft, geht auf ihre frühere Zeit in der Schweiz zurück. Während ihren Sommerferien in Lugano durfte sie als Teenagerin jeweils beim dort ansässigen NLA-Verein Lugano Feminin mittrainieren. Als klar war, dass sie 2017 in Bern studieren wird, kontaktierte sie eine ehemalige Teamkollegin aus dem Tessin und fragte nach Klubs in der Umgebung von Bern.

Neben Aarau wurde ihr auch die Frauenequipe von YB vorgeschlagen. Weil Fridriksdottir nicht nur in Bern studiert, sondern auch in der Stadt wohnt, wäre der Verein der perfekte Match gewesen. Doch ihr Entscheid fiel trotzdem zugunsten der Aarauerinnen aus. Nicht etwa, weil die Bernerinnen Fridriksdottir nicht im Team hätten haben wollen, wie sie sagt. Sondern weil der Isländerin das Engagement von Trainer Andreas Zürcher imponierte. «Er hat sich wirklich sehr um mich bemüht. Es ist mir eine Ehre, für ihn und das Team spielen zu dürfen.»

Zerrissene Jeans - ein gutes Omen für die Zerreissprobe gegen GC?

Zerrissene Jeans - ein gutes Omen für die Zerreissprobe gegen GC?

SEVERIN BIGLER

Run Fridriksdottir ist eine der Hoffnungsträgerin der FCA-Frauen für das Spiel am Samstag gegen GC. Nach zwei Partien in der Liga stehen die Aufsteigerinnen noch ohne Punkte da. Gegen die Zürcherinnen sollte das Team von Andreas Zürcher im Kampf gegen den Abstieg zwingend den ersten Vollerfolg einfahren. Bleibt für die Aarauerinnen zu hoffen, dass die zerrissene Jeans von Fridriksdottir (siehe Bild oben) kein schlechtes Omen für die Zerreisprobe gegen GC ist.