Prominenz mischte sich am Match des FC Wohlen beim FC Sion II unter die nur sehr spärlich besetzte Tribüne im Stade Saint-Germain zu Savièse, wo die zweite Mannschaft des FC Sion in der Regel ihre Heimspiele austrägt.

Niemand geringeres als Christian Constantin höchstpersönlich wollte sich vergewissern, ob es in der Zweitvertretung «seines» FC Sion adäquate Verstärkungen für das Fanionteam des Walliser Super Ligisten gibt. Was er sah, sollte ihn letztlich wohl nur wenig zufriedenstellen.

Die nur rund 75 Zuschauerinnen und Zuschauer, von denen etwa eine Hand voll aus Wohlen angereist war, erlebten eine Partie ohne wirklich viele Höhepunkte. Anders, als in den Spielen gegen den FC Wil und gegen den FC Köniz, sollte es kein Spektakel mit Wohler Beteiligung geben.

Starker Wohler Torhüter

Was die mitgereisten Fans aus dem Freiamt dafür sahen, war ein FC Wohlen, der in der Defensive ungemein souverän und abgeklärt agierte und in Dominik Stutzer einen Rückhalt im Tor als Trumpf im Ärmel präsentierte.

Mehr als einmal rettete Stutzer in höchster Not und gab somit der zuvor recht wackligen Wohler Hintermannschaft den dringend benötigten Rückhalt. Doch auch seine Vorderleute agierten überlegt und fast schon ungewohnt abgeklärt.

Während man in den vorangegangenen Partien häufig eine Wohler Elf erlebte, die ihr Heil in der Offensive suchte und mit schnellen Pässen versuchte die gegnerische Defensive auszuhebeln, versuchte Wohlen nun die Gastgeber agieren zu lassen, während man selbst auf Fehler der Walliser setzte.

Diese sollten kommen! Den ersten beging Sion-Goalie Berchtold in der 21. Spielminute, als er FCW-Flügelflitzer La Rocca völlig ohne Not im Strafraum attackierte und Schiedsrichter Vladimir Ovcharov keine andere Wahl liess, als auf den Elfmeterpunkt zu zeigen. Den fälligen Penalty verwandelte Guto souverän und sorgte somit für die zu diesem Zeitpunkt verdiente Führung für die Gäste.

Führung nur von kurzer Dauer

Im weiteren Verlauf lieferten sich beide Teams selten eine hochklassige, dafür eine sehr intensive und körperbetonte Partie. Immer wieder mussten längere Verletzungspausen eingelegt werden, weil sich beide Mannschaften in den Zweikämpfen keine Blösse geben wollten.

Leider hielt die Wohler Führung, wie so häufig in dieser Saison, nur kurz. Bereits acht Minuten nach Gutos Führungstreffer konnte sich Sions Almeida im Rücken der Wohler Verteidigung davonschleichen und den Ausgleichstreffer markieren.

Auch nach der Pause verlor die Partie nicht an Intensität. FCW-Goalie Dominik Stutzer rückte dabei immer mehr in den Fokus und musste mehr als einmal in letzter Not klären.

Als in der Nachspielzeit kaum jemand noch mit einem Torerfolg für eine der beiden Mannschaften rechnete, leistete sich die Hintermannschaft des FC Sion den nächsten Lapsus. Giovanni La Rocca wurde im Zentrum von der Sion-Defensive sträflich alleingelassen und konnte nur noch mittels eines Foulspiels gestoppt werden. Schiedsrichter Ovcharov entschied erneut auf Penalty. Wieder Kapitän Guto war es, der Verantwortung übernahm und den FCW ins Glück schoss. Direkt danach war die Partie beendet.

Der FC Wohlen erarbeitet sich diesen Sieg, ohne dabei spielerisch zu glänzen. Es war kein Torfestival, wie gegen den FC Köniz, und auch kein Spektakel, wie gegen den FC Wil. Dennoch, der FC Wohlen hat sich diesen Sieg durch einen souveränen, abgeklärten und stabilen Auftritt verdient. Man merkt der Nascimento-Elf an, dass sie sich von Spiel zu Spiel weiterentwickelt. Nicht nur das macht die «neue Mannschaft» des FC Wohlen so sympathisch!