Badminton
Vor dem Saisonstart: Beim Meister Team Argovia bleibt alles anders

Die Aargauer steigen ohne ihre Nummer 1 Hafiz Shaharudin in die Saison. Der Malaysier ist vertraglich noch an Adliswil-Zürich gebunden und wird erst ab der 4. Runde eingreifen können. Überhaupt sind die Erwartungen ans Team gestiegen.

Daniel Weissenbrunner
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Hafiz Shaharudin: Vertraglich noch an BC Adliswil-Zürich gebunden und damit nicht spielberechtigt. Keystone

Hafiz Shaharudin: Vertraglich noch an BC Adliswil-Zürich gebunden und damit nicht spielberechtigt. Keystone

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Die Zeit ist beim Team Argovia nur scheinbar stehen geblieben. Der letzte Eintrag auf der Klubwebsite datiert von Ende Mai – von der Meisterfeier. Spielertrainer Andrew Dabeka strahlt mit seinem Team um die Wette. «Es sind schöne Erinnerungen», sagt Adrian Bärtschi. Der Badminton-Alltag hat den Vereinspräsidenten indes längst eingeholt. Dabeka ist zurück in seine Heimat Kanada. Bärtschi und seine Kollegen machten sich daran, eine neue Zeitrechnung, «einen Neustart», wie er es nennt, einzuläuten.

Höhere Erwartungen

Mit dem überraschenden Gewinn der Meisterschaft sind im Umfeld des Vereins auch die Erwartungen gestiegen. «Für uns ist es in den Planungen darum gegangen, die richtige Mischung zu finden», so Bärtschi. «Einerseits unsere Philosophie mit eigenen Kräften weiter zu pflegen, aber gleichzeitig ein schlagkräftiges Team zu stellen.» Ein schmaler Grat, hat der Vereinspräsident feststellen müssen. Team Argovia ist finanziell nach wie vor nicht auf Rosen gebettet. Der Meistertitel hat sich bisher materiell nicht ausbezahlt. Auf neue Sponsoren wartet Bärtschi bis jetzt vergebens. Fast entschuldigend fügt er bei, dass es immerhin ein bis zwei Interessenten gebe.

Shaharudin nur an der Linie

Die potenziellen Geldgeber werden am Meisterschaftsstart gegen Aufsteiger Uni Basel am Sonntag noch eben so wenig Einfluss nehmen können, wie der neue Spielertrainer Hafiz Shaharudin. Der gebürtige Malaysier, der mittlerweile für die Schweiz spielt, ist vertraglich noch an seinen bisherigen Klub, BC Adliswil-Zürich, gebunden. Der 26-Jährige wird den Aargauern erst ab der vierten Runde, im Heimspiel gegen Yverdon, zur Verfügung stehen.

Adrian Bärtschi nennt die Konstellation unglücklich. Er schluckt die Kröte wohl oder übel. «Der Schweizer Badmintonmarkt ist nicht so gross, dass man beliebig gute Akteure verpflichten kann.» Er ist überzeugt, dass man mit dem 26-Jährigen einen guten Griff gemacht hat. «Hafiz ist keine Verlegenheitslösung, sondern war unser Wunschkandidat.» Der Asiate half bereits einmal vor vier Jahren bei den Aargauern aus und fügte sich problemlos ins Team ein.

Kirchmayr zurück nach Basel

In den ersten drei Partien wird Shaharudin, dem am Swiss Open in Basel in diesem Jahr der Vorstoss in die zweite Runde gelang, die Mannschaft lediglich als Coach betreuen. Eine Mannschaft, die Vergleich zur vergangenen Saison, neben Andrew Dabeka nur eine wesentliche Änderung erfahren hat. Christian Kirchmayr kehrte zu seinem Stammverein Uni Basel zurück, dem ersten Gegner der Aargauer.

Adrian Bärtschi weiss, dass die Voraussetzungen für einen Titelverteidiger besser sein könnten. Dennoch hält er am Erreichen der Playoffs als Zielsetzung fest. «Und danach, das haben wir gesehen, ist bekanntlich alles möglich. Ganz getreu dem Motto von Herbert Grönemeyers Song: Es bleibt alles anders.

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