Challenge League

Vor dem letzten Aargauer Derby: Drei Duelle für die Ewigkeit

Sandro Burki (L, Aarau) gegen Alain Schultz (R, Wohlen)

Sandro Burki (L, Aarau) gegen Alain Schultz (R, Wohlen)

Roger Geissberger (Aarau) vs. René Meier (Wohlen), Sandro Burki (Aarau) vs. Alain Schultz (Wohlen) und Marco Schällibaum (Aarau) vs. Francesco Gabriele (Wohlen) – diese Duelle gingen in die Derby-Geschichte ein.

Duell 1: Roger Geissberger – René Meier

Hier René Meier, engmaschig vernetzter Notar und seit über 30 Jahren der Strippenzieher beim FC Wohlen. Dort Roger Geissberger, erfolgreicher Reiseunternehmer und das Sprachrohr sowie der heimliche Präsident des FC Aarau. Zwei Alphatiere, die für ihre Klubs nur das Beste wollen und dabei ab und an übers Ziel hinausschiessen. Kein Wunder, waren die direkten Aufeinandertreffen stets begleitet von viel Sprengstoffpotenzial.

Als sich die beiden einst in Meiers Anwaltskanzlei an der Wehrlistrasse in Wohlen trafen, ergab sich der Legende nach folgender Dialog: Geissberger: «Herr Meier, warum entscheiden Sie eigentlich alles beim FC Wohlen? Sie haben doch gar kein offizielles Amt.» Antwort Meier: «Herr Geissberger, ich brauche kein Amt beim FC Wohlen, ich bin der FC Wohlen.» Inzwischen sind die Animositäten aus der Welt geräumt. Ein von Geissberger initiiertes Rendez-vous in dessen Hotel in Bellwald fiel im vergangenen Winter dem übervollen Terminkalender (vorerst) zum Opfer; aber die «AZ» hat erfahren: In den Tagen nach dem letzten Derby wollen Geissberger und Meier bei einem gediegenen Nachtessen auf die achtjährige Rivalität anstossen. 

Duell 2: Sandro Burki – Alain Schultz

Auf dem Rasen haben sie die Duelle zwischen Aarau und Wohlen geprägt wie niemand sonst: Sandro Burki und Alain Schultz, mit 16 bzw. 17 Einsätzen (von bisher möglichen 19) die Derby-Rekordspieler. Bei allen Derbys standen sie im Kader von einem der beiden Klubs. Auf dem Platz waren die beiden ein paar Mal Kollegen (2011–2014 beim FC Aarau) und viel öfter Konkurrenten. Und was waren sie daneben? Während Schultz’ dreieinhalb Saisons im Brügglifeld wurde aus der lockeren Bekannt- eine tiefe Freundschaft. Nach dem Wechsel von Mittelfeldstratege Schultz nach Wohlen schweisste der Fakt, Urgestein und Identifikationsfigur im jeweiligen Klub zu sein, das Duo zusammen.

Kommt dazu, dass FCA-Legende Burki vor zwei Jahren seinen Traum vom eigenen Hotel ausgerechnet in Wohlen wahr werden liess: Er übernahm als Vorsitzender einer Investorengruppe die legendäre Ibarus-Bar und baute sie zum vornehmen «Marco Polo» um. Und wer erzählte Burki, dass das «Ibarus» zu haben ist? Natürlich Alain Schultz, langjähriger Stammgast, der dem Lokal wegen des neuen Besitzers auch nach dem Face-Lifting treu geblieben ist. 

Duell 3: Marco Schällibaum – Francesco Gabriele

Die Trainerjobs in der Schweiz sind bei nur gerade 20 Profiklubs und einem x-Fachen mehr an Kandidaten rar gesät. Der Kampf um die Plätze an der Sonne ist brutal. Wehe, ein Eindringling erdreistet sich und drängt in das Revier eines andern. Dann werden aus den Trainern Löwen. So geschehen am 4. Dezember 2016 beim damaligen FCA-Trainer Marco Schällibaum: Am Tag des Derbys gegen Wohlen liest er in der «Aargauer Zeitung» folgendes Zitat von Wohlen-Coach Francesco Gabriele, den er wegen dessen in seinen Augen bünzligen Art sowieso nicht mag: «Ich habe Ziele, habe Visionen.

Der Trainerjob in Aarau reizt mich. Wenn ich in Wohlen erfolgreich bin, kann es schnell gehen.» Gabriele meint die Worte zwar allgemein und will damit nicht direkt Schällibaums Job angreifen. Zu spät: «Schälli» ist pikiert und nennt hinter vorgehaltener Hand Gabrieles Vorstoss eine «riesige Frechheit». Genauso «riesig» muss an diesem Tag für Schällibaum die Genugtuung über den 1:0-Sieg sein. Vier Monate später dann dies: Gabriele demütigt mit dem FC Wohlen den FC Aarau in dessen Stadion, gewinnt 3:0 – und läutet so doch noch das Ende der Ära Schällibaum in Aarau ein.

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