«Natürlich finde ich es schade, dass Faustball eine Randsportart ist», sagt der Zofinger Sascha Hagmann, «vor allem wünscht man sich etwas anderes, wenn man etwas gut kann und viel Zeit dafür investiert. Ein Problem ist das für mich aber nicht. Faustball ist mein Hobby und am wichtigsten ist der Spass.» Und Spass hat der 20-jährige gebürtige Vordemwalder meistens, wenn er auf dem Feld steht – vor allem, wenn sein STV Oberentfelden erfolgreich ist.

Für den Halbfinal hat sich der Titelverteidiger in der Halle schon vor der letzten Qualifikationspartie gegen den letztjährigen Finalgegner Widnau qualifiziert, jetzt geht es noch darum, ob der STVO als Dritter oder Vierter ans Finalwochenende am 7./8. Februar in die Ostschweiz reist. «Widnau hat zwar ein starkes Team, aber ich bin sicher, dass wir gewinnen, wenn wir unsere Leistung abrufen können», sagt Hagmann, «selbstverständlich möchten wir Tabellendritter bleiben, dann könnten wir im Halbfinal dem Qualifikationssieger aus dem Weg gehen.»

Leistungsträger Hagmann

Irgendwelche Gegner zu fürchten braucht das Team von Trainer Christian Zbinden allerdings nicht, das hat der STV Oberentfelden zuletzt mit dem Gewinn der Europacup-Bronzemedaille auch international bewiesen. Mitverantwortlich dafür ist auch Sascha Hagmann, der vor knapp eineinhalb Jahren den Schritt vom STV Vordemwald zum STV Oberentfelden gewagt hat. «Ich bin immer noch überzeugt davon, dass es der richtige Weg war», sagt Sascha Hagmann, «die Grundfähigkeiten habe ich in Vordemwald gelernt, jetzt geht es darum, auf einem höheren Niveau und in einer leistungsorientierteren Umgebung mein Spiel noch zu verbessern.»

Beim STV Oberentfelden gehört der in einem Reisebüro tätige Kundenberater mittlerweile zu den Leistungsträgern und teilt sich mit Kevin Hagen die Verantwortung beim Schlag. «Kevin ist fünf Jahre älter als ich und damit auch erfahrener», erklärt Sascha Hagmann, «deshalb ist es momentan noch meistens so, dass er als Hauptschläger und ich als Zweitschläger eingesetzt wird.»

Eine kleine Pause

Das dürfte in naher Zukunft auch noch so bleiben, denn der Linkshänder aus Zofingen wird ab März die Rekrutenschule absolvieren und deshalb nicht mehr im gleichen Umfang trainieren können. An den langfristigen Zielen ändert diese kleine «Auszeit» aber nichts. Obwohl Sascha Hagmann schon WM-Silber und EM-Gold mit der U18-Nationalmannschaft sowie EM-Gold und EM-Silber mit dem U21-Nationalteam geholt hat, soll das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht sein.

«Vor der EM im vergangenen Jahr in Olten habe ich die letzte Kaderreduktion nicht überstanden», erzählt Hagmann, «ich will es aber unbedingt noch schaffen, ein paar Länderspiele in der A-Nationalmannschaft zu absolvieren.» Und auch national gibt es noch Steigerungspotenzial: «Mit dem STV Oberentfelden möchte ich in einer Feldsaison einmal Silber oder sogar Gold holen.»