Francesco Gabriele für Martin Rueda. Die Freiämter haben in dieser Woche erneut den Trainer gewechselt – zum 14. Mal in den letzten 14 Jahren. Ist der FC Wohlen ein Trainerfresser? Iwo! Im Vergleich mit den anderen Schweizer Profivereinen bewegt sich Wohlen genau im Durchschnitt. Der Kantonsrivale FC Aarau etwa hat in der gleichen Zeitspanne 19 Trainer verbraucht.

Doch zurück zur Anfangsfrage: Welchen Effekt hatten Trainerwechsel in Wohlen? Der Massstab ist einzig und allein die Punkteausbeute – immer noch die härteste und wichtigste Währung im Fussball. Und zwar nach den ersten drei Spielen.

Kein Traumstart für Sforza

Das Gefühl sagt: Am besten gestartet ist Ciriaco Sforza. Der Mann, der in der Saison 2014/15 mit Wohlen sogar am Meistertitel in der Challenge League schnupperte. Falsch gefühlt: Sforza holte nur im Startspiel einen Sieg, danach folgten zwei Niederlagen. Eine weisse Weste in den ersten drei Partien nach dem Amtsantritt hat nur einer. Der einzige Trainer, der den FC Wohlen im Profifussball mehr als nur einmal gecoacht hat. Der Mann, der das Freiamt vor einer Woche in Richtung Wil verlassen hat: Martin Rueda.

Rückblende: Im Sommer 2007 geht René van Eck, Martin Rueda übernimmt. Und wie: Wohlen gewinnt die ersten drei Spiele der Saison. Die Basis für eine erfolgreiche Saison, die auf Rang 4 endet. Damit nicht genug: Das gleiche Kunststück gelingt Rueda noch ein zweites Mal: 2015 wird er Nachfolger von Ciriaco Sforza und startet wieder furios in die Saison. Nach dem Traumstart kehrt jedoch schnell Ernüchterung ein auf der Niedermatten: Am Ende resultiert Rang 8.

Wenn die Freiämter Klubverantwortlichen auf Rueda setzten, machten sie also alles richtig. Doch wann griffen sie ins Klo? Gemessen an den ersten Resultaten gilt das für zwei Trainerwechsel: René Erlachner übernahm in der Winterpause der Saison 2004/05 und reihte Niederlage an Niederlage. Nicht nur die ersten drei, nein, gleich die ersten sechs (!) Spiele unter Erlachner waren Nullnummern. Angesichts dieses Katastrophenstarts überraschte es, dass Erlachner noch bis im Oktober 2006 in Wohlen blieb.

Bordoli mit drei Niederlagen

Ähnlich mies wie dem Oltner erging es Livio Bordoli im Sommer 2010: Als Nachfolger von Martin Rueda vergeigte der Tessiner die ersten drei Spiele, ehe im vierten Anlauf immerhin ein Remis herausschaute.

Interessant: Nur fünf der 13 neuen Trainer seit dem Aufstieg 2002 starteten ihr Wohlen-Abenteuer mit einem Sieg. Siebenmal hingegen gab es bei der Premiere des neuen Mannes an der Seitenline eine Niederlage.

Bleibt zu hoffen, dass sich Francesco Gabriele von der Bilanz der Wohler Trainerneulinge nicht einschüchtern lässt. Und schon gar nicht von seiner persönlichen Vergangenheit: Bei seinen bisherigen drei Stationen als Cheftrainer eines Profiklubs gelang ihm im ersten Spiel noch nie ein Sieg. Doch nur drei Punkte bringen den FC Wohlen in seiner derzeitigen Situation weiter.