FC Wohlen
Vor dem Chiasso-Match: Bodenständige Freiämter

Beim Auswärtsspiel in Chiasso (Samstag um 17:45) gilt es die Konkurrenz unter Druck zu setzen - und den Moment zu geniessen. In den letzten Spielen kann der FC Wohlen eine gute Spielzeit krönen.

Fabian Sangines
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Martin Rueda hat mit dem FC Wohlen realistische Ziele für die kommende Zeit.

Martin Rueda hat mit dem FC Wohlen realistische Ziele für die kommende Zeit.

foto-net / Alexander Wagner

Erfolg kann blenden. Durch Erfolg kann man schnell den Bezug zur Realität, jegliche Bodenhaftung verlieren. Doch davor scheint man beim FC Wohlen, trotz der überragenden Saison weit entfernt. Auf einen Rekurs zum Nein in Sachen Lizenzvergabe haben die Freiämter schnell verzichtet, auch bei der Planung für kommende Spielzeit ist man von Utopia weiter entfernt als aktuell von den Abstiegsrängen.

«Wir werden mit aller Macht versuchen, das aktuelle Budget zu halten. Eine Erhöhung ist aber ausgeschlossen», sagt Sportchef Martin Rueda. Auch er ist enttäuscht, dass die Mannschaft vom Aufstiegsrennen verabschiedet wurde und ist Realist genug um die Folgen daraus einzuordnen: «Spieler wie Alban Pnishi und Roman Buess werden nur schwer zu halten sein, das ist uns auch bewusst.» Der Captain und der Top-Assistgeber der Liga haben, wie auch Dylan Stadelmann, Simone Rapp und Mario Bühler ein zum Sommer auslaufendes Arbeitspapier. Doch bei aller Realität glaubt der sportliche Leiter der Freiämter nicht, dass die Mannschaft völlig auseinander fällt - erste Vertragsverlängerungen sollen in den nächsten Wochen bekannt gegeben werden.

Aufgrund der Finanzlage ist für Rueda bereits klar, welche Strategie bei Transfers gefahren wird: «Es werden vorzugsweise junge, talentierte Spieler verpflichtet.» Wohl auch deshalb versucht er die Erwartungshaltung für kommende Spielzeit etwas zu dämpfen: «Natürlich können wir nicht jedes Jahr verlangen, dass es so gut läuft wie in dieser Saison. Für einen Verein wie den FC Wohlen ist das alles andere als selbstverständlich.» Man stellt sich aber der grossen Herausforderung, dank Kontinuität das aktuelle Niveau zu halten.

Fernduell mit «Dusel-Lugano»

Apropos Herausforderung: SFL hin, Lizenz her, eine sehr erfolgreiches Jahr wartet noch darauf gekrönt zu werden. Vier Punkte Rückstand auf das aktuelle «Dusel-Lugano» bei sechs verbleibenden Spielen ist eine schwere, aber keine unlösbare Aufgabe, zumal die Tessiner seit der unglücklichen 1:2-Niederlage auf der Niedermatten Ende März alles andere als brillant auftreten. Zwar gewannen sie vier Mal in Serie, überzeugender Fussball wurde jedoch einzig beim 5:2 in Wil gespielt. Grosses Glück hatte der dreifache Schweizer Meister insbesondere beim Heimspiel am Mittwoch: Schaffhausens Tadic scheiterte mehrfach am Pfosten. Er schoss sein Team in der 77. Minute doch noch in Führung. Dank zwei Toren in den letzten zehn Minuten konnte Lugano die drei Punkte aber doch noch im Tessin behalten.

Und mit dem heutigen Gegner Chiasso trifft Wohlen auf ein Team, das seit dem Amtsantritt von Marco Schällibaum und vier Spielen nicht mehr verloren hat. Dazu stecken die fast-Italiener mitten im Abstiegskampf, weshalb Rueda ein Heimteam erwartet «das ums Überleben kämpft». Doch wie es sich in Wohlen eingebürgert hat, gehen Realitätssinn und Selbstvertrauen derzeit Hand in Hand: «Wenn ich unsere Auswärtsbilanz anschaue, blicke ich dem Spiel sehr zuversichtlich entgegen.»

Dem anspruchsvollen Publikum auf der Niedermatten ist es zu wünschen, dass diese Zuversicht auch bis tief in die nächste(n) Saison(s) erhalten bleibt.

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