In den vergangenen Monaten hat sich Valentina Rosamilia mit ihren starken Leistungen richtiggehend ins Rampenlicht katapultiert. Nicht, dass man die 15-jährige Hunzenschwilerin nicht schon vorher auf dem Radar gehabt hätte. Um ihr Talent wusste man schon länger. Aber in dieser Saison eilte die Mittelstrecken-Spezialistin und Triathletin von einem Erfolg zum nächsten.

Valentina Rosamilia, die sowohl den Schweizer als auch den italienischen Pass besitzt, gewann bei den Juniorinnen vier Schweizer Meistertitel (2000 m, Cross Country, Duathlon und Triathlon) und deren drei in Italien (Triathlon, Duathlon einzeln und Duathlon Team).

Zudem lief sie über 600 Meter sowohl in Italien als auch in der Schweiz einen neuen U16 Landesrekord und qualifizierte sich über 1500 Meter gar für die U18-EM. Dort konnte sie allerdings nicht teilnehmen, weil sie noch zu jung war. Als Lohn für diese starken Leistungen wurde sie nun ins Nationalkader «Swiss Starters Future» berufen – als eine von nur drei Athletinnen überhaupt mit Jahrgang 2003.

Erfolgreich trotz Verletzungspause

2018 war die bislang mit Abstand erfolgreichste Saison in der noch jungen Karriere von Valentina Rosamilia. Und das, obwohl sie erst im Februar von einer langen Verletzungspause zurückgekehrt ist. Im vergangenen Juli musste sie sich am Sprunggelenk operieren lassen, fiel deswegen vier Monate komplett aus und hatte bis im Februar zwei Schrauben im Fuss.

«In dieser Zeit habe ich mir schon Gedanken gemacht, wie stark ich wohl nach dieser langen Verletzungspause zurückkommen würde», gibt sie zu. Die Sorgen waren jedoch unbegründet. Das hat Valentina Rosamilia in den vergangenen Wochen und Monaten eindrücklich bewiesen.

Die 15-Jährige, die seit August die Sportkanti in Aarau besucht, kann man getrost als sportliches Multitalent bezeichnen. Sie gehört nicht nur in der Leichtathletik und im Triathlon zur nationalen Elite, sondern auch im Eishockey. Bereits im zarten Alter von 13 Jahren hat sie ihr NLA-Debüt bei den Frauen des SC Reinach gegeben.

Mittlerweile ist sie nicht mehr so häufig auf dem Eis anzutreffen und hat auch ihre nationale Talentkarte der U16-Nationalmannschaft zurückgegeben. Ganz an den Nagel gehängt hat sie die Schlittschuhe allerdings nicht.

«Im Winter werde ich weiterhin einmal pro Woche das Training besuchen und wohl auch das eine oder andere Meisterschaftsspiel bestreiten. Auch wenn ich mich mittlerweile auf die Leichtathletik und den Triathlon konzentriere, möchte ich mit dem Eishockey nicht aufhören. Dafür macht es mir zu viel Spass», so Rosamilia.

Der Mix machts aus

Spass. Das Wort fällt im Gespräch immer wieder. Der Spass ist der grosse Antrieb von Valentina Rosamilia. Und weil ihr so viele Sportarten Spass machen, möchte sie sich vorerst auch nicht auf eine Disziplin festlegen.

«Ich will so lange wie möglich, möglichst viele Sportarten parallel betreiben. Ich brauche diese Abwechslung im Training und ich glaube auch, dass dieser Mix von verschiedenen Sportarten der Grund ist für meine Erfolge», sagt Valentina Rosamilia, die im kommenden Jahr erstmals an den Junioren-Europameisterschaften teilnehmen will und auch den einen oder anderen nationalen Rekord ins Visier nimmt.

Über 1000 Meter konnte sie ihre Bestzeit in dieser Saison beispielsweise um sieben Sekunden auf 2:50 Minuten senken, sodass nur noch eine Sekunde fehlt zum U18-Schweizer Rekord.

Doch trotz den vielen Erfolgen und den vielversprechenden Perspektiven bleibt Valentina Rosamilia vorsichtig, wenn es darum geht, ihre sportlichen Ziele zu formulieren. So lässt sie denn auch noch offen, ob sie dereinst auf die Karte Spitzensport setzen möchte. «Im Moment steht die Schule ganz klar an erster Stelle. Natürlich kommt gleich dahinter der Sport, aber ich möchte später unbedingt studieren.

Ich werde nebenbei sicher weiter Sport betreiben, aber wie intensiv das sein wird, kann ich jetzt noch nicht abschätzen. Das dauert ja auch noch fünf Jahre», sagt Valentina Rosamilia lachend. Vielleicht ist genau diese Unbekümmertheit – kombiniert mit einer grossen Portion Spass – der Grund für die beeindruckenden Erfolge von Valentina Rosamilia.