2. Liga inter

Von höchst erfreulich bis enttäuschend: Vier Aargauer Klubs zanken sich um einen 1.-Liga-Platz - zwei spielen gegen den Abstieg

Avni Halimi erzielt für den SC Zofingen 17 Tore und ist damit Topskorer der 2. Liga inter Gruppe 5

Avni Halimi erzielt für den SC Zofingen 17 Tore und ist damit Topskorer der 2. Liga inter Gruppe 5

Ein Spiel fehlt noch bis zur Winterpause. Klar ist aber schon jetzt: Vier Aargauer Teams mischen die 2. Liga inter auf, zwei andere müssen eher hinten anstehen – die Halbzeit-Bilanz.

Der Blick auf die Tabelle der Gruppe 5 in der 2. Liga interregional freut vor allem die ­Aargauer Klubs. Auf den ersten vier Plätzen stehen ebenso viele Aargauer Teams. Zofingen, der Absteiger, führt vor Muri, Wettingen und dem selbsternannten Aufstiegsanwärter aus Möhlin, dem NK Pajde. Allerdings: Der FC Wettingen kann mit einem Sieg am kommenden Sonntag im Nachtragsspiel in Möhlin als Leader überwintern.

Der SC Zofingen führt derzeit die Gruppe an – und das vor allem dank einem Spieler: Avni Halimi. Der 29-jährige Stürmer trifft fast nach Belieben und kommt auf 17 Tore in 13 Vorrundenspielen. Das ist der zweitbeste Wert aller Mannschaften der sechs Gruppen umfassenden Liga. Auch am Wochenende war er in der ersten Qualifikationsrunde gegen den FC Emmenbrücke zweimal erfolgreich. Er sagt: «Als Stürmer zählen primär die Tore, das ist klar.» Mit dem auf ihm lastenden Druck kommt er aber sehr gut zurecht. Ohne seine Teamkollegen hätte Halimi aber auch keine 17 Mal eingenetzt, weiss er: «Meine Mannschaft arbeitet sehr viel für mich und erleichtert mir so das Leben vor dem Tor. Ich habe aber auch hart gearbeitet, um in einer guten Form zu sein. Deshalb sind die Tore auch der Lohn für diese Arbeit.» Ein gewisser Stolz schwingt in seiner Stimme unüberhörbar mit. In der Rückrunde will der SC Zofingen weiter für Furore sorgen – zusammen mit seinem Topskorer, der seine Form auch während der Pause konservieren will.

FC Muri: Mit Bescheidenheit hohe Ziele erreichen

Auch im Freiamt ist die Gemütslage erfreulich. Der FC Muri steht derzeit auf dem zweiten Platz und hat die beste Hinrunde seit dem Abstieg aus der 1.Liga hingelegt. Vor der Saison sagte Trainer Miodrag Dedic, dass eine Klassierung unter den ersten drei das Ziel sei. Daran ändert auch die sehr gute Vorrunde nichts. «Wir wissen, dass wir gut drauf sind, bleiben aber bewusst bescheiden», sagt er. Die Winterpause werde man in Muri nutzen, um einen weiteren Schritt nach vorne zu machen. «Akribisch weiterarbeiten ist jetzt das oberste Gebot», sagt Dedic.

Yanick Hofer und der FC Muri sind derzeit erfolgreich unterwegs (Bild: Alexander Wagner)

Yanick Hofer und der FC Muri sind derzeit erfolgreich unterwegs (Bild: Alexander Wagner)

Der FC Wettingen mit Trainer Marc Hodel kann noch den Sprung auf den ersten Platz schaffen und damit den inoffiziellen Titel des Herbstmeisters an sich reissen. Erwartet wurde das beim FCW keineswegs. Präsident Ghitti sprach im Vorfeld der Saison davon, dass die Mannschaft Zeit brauche, sich in der Liga zu etablieren. Er lag falsch. Zu seinem Glück.

Ebenfalls auf Tuchfühlung mit der Spitze ist der NK Pajde aus Möhlin. Der selbsternannte Aufstiegsanwärter sorgte aber nicht nur für positive Schlagzeilen: Nach dem Spiel gegen den SC Zofingen gingen Spieler des Vereins auf den Schiedsrichter los und sorgten für grosse Aufruhr in der ganzen Schweiz. Trotzdem hat der NK Pajde seine fussballerischen Qualitäten unter Beweis gestellt: Aus zwölf Spielen resultierten acht Siege.

Fairplay und Mittelfeldplatz beim SC Schöftland

Im sicheren Mittelfeld befindet sich der SC Schöftland. Er hat sich mit 21 Punkten auf dem siebten Rang eingenistet. Das bedeutet sieben Punkte Rückstand auf Leader Zofingen, hingegen auch zwölf Zähler Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Der SCS steht auch für Spiele mit vielen Toren. Zum Auftakt gewann er gleich 7:0 bei den Eagles Aarau, Ende August bezog er eine 4:5-Niederlage gegen Freienbach und schliesslich verlor er gegen den Lokalrivalen SC Zofingen gleich mit 1:6. Zudem ist Schöftland mit 20 Strafpunkten das fairste Team der Gruppe. Zum Vergleich: NK Pajde und der FC Eagles Aarau weisen als unfairste Mannschaften der Gruppe insgesamt 54 respektive 73 Strafpunkte aus.

Nach dem dritten Platz als Aufsteiger in der letzten Saison folgt nun die Reifeprüfung für den FC Eagles Aarau. Bestanden hat er diese nicht. Noch nicht. Präsident Faton Gashi sagte vor der Saison, dass der Ligaerhalt das Ziel sei. Dieses wird sich angesichts der aktuellen Lage auch nicht ändern, denn die Adler belegen den zehnten Rang, nur drei Punkte über dem Strich.

Im vorderen Mittelfeld klassieren wollte sich Aufsteiger Klingnau. Gelungen ist es nicht. Die Zurzibieter liegen auf dem letzten Rang, mit bloss zwei Siegen. Immerhin: Die Klingnauer  konnten spielerisch mithalten. Das Glück war ihnen aber oft nicht hold. Auf den ersten Nichtabstiegsplatz beträgt der Rückstand drei Punkte. Allenfalls werden im Zurzibiet Anpassungen im Kader vorgenommen. Man halte die Augen für einen sinnvollen Transfer offen, sagte Präsident Roger Meier jüngst.

Cyrill Thrier (FC Klingnau) ist nicht gerade im Hoch.

Cyrill Thrier (FC Klingnau) ist nicht gerade im Hoch.

Aus Aargauer Sicht gilt es nun, die Vormachtstellung in der Gruppe 5 weiter zu untermauern und den Aufsteiger zu stellen. Die vier Teams, die derzeit an der Tabellenspitze stehen, würden jedenfalls nichts gegen eine Promotion einwenden. Sie liegt auf dem Silbertablett bereit, ein Team wird vermutlich zuschlagen. Die grosse Frage bleibt: Welches Team wird dies sein?

Die aktuelle Tabelle der 2. Liga inter, Gruppe 5

Die aktuelle Tabelle der 2. Liga inter, Gruppe 5

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