Verlobung

Von der Laufstrecke vor den Altar: Das ist das Gigathlon-Paar

«Ja, ich will!» Sandra Vögelin und Karl Martin beschreiten nicht nur den Weg am Gigathlon gemeinsam. Kenneth Nars

«Ja, ich will!» Sandra Vögelin und Karl Martin beschreiten nicht nur den Weg am Gigathlon gemeinsam. Kenneth Nars

Es war der Kniefall des Wochenendes: Nachdem sie sich zusammen durch den Gigathlon bissen, wollen sich Karl Martin (49) und Sandra Vögelin (45) gemeinsam durchs Leben schlagen. Wir haben die Ehepartner in spe getroffen.

Eigentlich ist es nur ein Zieleinlauf. Einer von Tausenden an diesem Gigathlon. Ein Mann und eine Frau überqueren die Ziellinie. Erschöpft vor Anstrengung.

Doch es ist viel mehr, es ist das emotionale Highlight dieses Extremsportwochenendes. Als Karl Martin die Ziellinie überquert, geht er auf die Knie und stellt seiner Partnerin Sandra Vögelin die Frage aller Fragen. «Willst du mich heiraten?» Sie will.

Wer sind die beiden Bald-Vermählten? Am Tag darauf besucht die «Nordwestschweiz» das Paar in Frenkendorf. Geduldig posieren sie für Fotos. Und erzählen ihre Geschichte.

Am Anfang stand die Idee eines Freundes. «Gigathlon – das wäre doch etwas für euch!» Also starten Martin (49) und Vögelin (45) zusammen in der Kategorie «Paare». Je länger die Vorbereitungen dauern, desto mehr realisiert er: «Eine bessere Gelegenheit für einen Heiratsantrag gibt es nicht. Wer zusammen einen Gigathlon übersteht, übersteht alles.»

Wahrlich. Die beiden müssen sich immer wieder überwinden, durchzuhalten. «Am Samstag nach 40 von 96 Kilometern auf dem Rennrad hätte ich beinahe aufgegeben. Ich konnte nichts essen. Immer wieder dachte ich: «Jetzt muss ich Karl anrufen, es geht nicht mehr.» Aber ein anderer Gedanke überwiegt: «Nach dieser wunderbaren gemeinsamen Vorbereitung kann ich ihm das doch nicht antun!» Vögelin beisst sich durch.

Ihr baldiger Ehemann, der schon zweimal am Ironman Hawaii teilnahm, erzählt: «Vor nicht allzu langer Zeit sagte sie mir einmal: ‹Ich werde nie Rennvelo fahren.› Und nun diese sensationelle Leistung!» Auch er erlebte einen harten Samstag, musste Magenprobleme überwinden.

Dann erzählt Karl Martin von den letzten Sekunden bis ins Glück. «Etwa 1000 Meter vor dem Ziel liess ich mir von meinem Schwager noch einmal einen Schwamm geben. Ich konnte sie doch nicht so verschwitzt küssen!» Einen Ring hat Martin noch nicht dabei. «Zuerst wollte ich am Bahnhofskiosk noch einen Lollipop-Ring kaufen. Aber dann kam der Zug doch zu schnell.» Und so wird der Ring eben bald in aller Ruhe übergeben.

Ahnte Sandra Vögelin etwas? «Nicht im Geringsten! Erst dachte ich, sein Kniefall sei eine spezielle Zeremonie nach dem Wettkampf – ich wollte auch schon auf die Knie, als Karl mir zurief: ‹Nein, du nicht!›» Einige Zuschauer realisieren die Szenerie, spenden begeistert Applaus für das Paar, bei dem «Rang 81» eher zur Randnotiz verkommt.

Vor gut zehn Monaten lernten sich die beiden kennen. Wie? «Das bleibt unser kleines Geheimnis – alles erzählen wir dann schon nicht», sagt Martin und lacht. Die Hochzeit findet voraussichtlich dann im nächsten Jahr statt. Unter Zeitdruck stehen die beiden nicht. «Es wird wohl auch keine wahnsinnig pompöse Kiste», sagt sie. Beide waren schon einmal verheiratet, Vögelin hat eine Tochter aus erster Ehe, Martin einen Sohn.

Vielleicht steht vor dem Heiraten noch das Zusammenziehen bevor. Keine Angst davor? Sandra Vögelin lacht. «Warum auch? Wir haben kürzlich im Camper Ferien auf engstem Raum verbracht. Das war ein deutliches Zeichen, dass wir zwei wunderbar harmonieren.»

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