Boxen

Von der Achillessehne besiegt: Ando Hakob muss seinen ersten Profikampf absagen

Der gegenwärtige Zustand von Ando Hakob verunmöglicht eine Teilnahme an der Boxing-Gala.

Der gegenwärtige Zustand von Ando Hakob verunmöglicht eine Teilnahme an der Boxing-Gala.

Der Badener Ando Hakob wird am kommenden Samstag nicht an der Box-Gala in Fribourg teilnehmen können. Wegen einer Verletzung an der Achillessehne darf der 30-jährige Boxer voraussichtlich zwei bis drei Monate keinen Hochleistungssport treiben. Trotzdem sieht er auch Positives und Chancen darin.

Sein Talent im Ring ist unbestritten, seine Bilanz (14 Siege in 17 Profikämpfen) lässt sich sehen. Sein Ehrgeiz und Kampfgeist sind grenzenlos. Seine Geschichte berührt und ist vorbildlich: Der 30-jährige Badener mit armenischen Wurzeln, Ando Hakob, der mit bürgerlichen Namen Andranik Hakobian heisst, hat schon einige schwierige Phasen in seinem Leben überstanden und muss nun einen weiteren Rückschlag einstecken. Seinen Optimismus und seine positive Einstellung hat er deswegen aber nicht verloren.

Am kommenden Samstag hätte Hakob im Rahmen der Boxing-Gala in Fribourg in den Ring steigen sollen. Acht Monate hat er sich darauf vorbereitet, viel Schweiss, Blut und Tränen dafür investiert. Eine Verletzung an der Achillessehne macht dem Badener nun einen Strich durch die Rechnung.

«Die Enttäuschung ist extrem gross. Ich bedauere es sehr für meine Freunde, die Sponsoren und Veranstalter. Es tut mir einfach im Herzen sehr leid. Ich versuche immer, mein Wort zu halten und alles durchzuziehen  – auch unter Schmerzen. Aber ein Kampf am Samstag ist in meinem momentanen Zustand leider wirklich unvorstellbar», sagt Hakob. Es ist der erste Kampf in seiner Karriere, den er wegen einer Verletzung absagen muss.

Trainingslager beim grössten Box-Management

Nach den ersten Prognosen wird er voraussichtlich zwei bis drei Monate keinen Hochleistungssport betreiben dürfen, bevor er mit dem Aufbautraining starten kann. Zu seinem aktuellen Zustand sagt Hakob: «Ich habe derzeit sehr starke Schmerzen und kann nicht richtig laufen. Ebenso bereitet mir das Schlafen oft Schwierigkeiten. Ich hoffe, dass es bald besser wird.»

Die Verletzung zog er sich schleichend im Trainingslager in Marbella in Spanien, Ende November, zu. Dort erhielt er auf Einladung von MTK Global, einem führenden Box-Management, die einmalige Chance, zwölf Tage unter der Aufsicht professioneller Trainer seine Form zu steigern.

Ando Hakob posiert im Trainingslager in Spanien mit seinem Trainer Albert Ayrapetyan.

Ando Hakob posiert im Trainingslager in Spanien mit seinem Trainer Albert Ayrapetyan.

Obwohl ihn diese Trainings  – trotz angeschlagenem Zustand – aufgrund seiner hervorragenden Konstitution nicht an seine Grenzen brachte und letztlich die Verletzung noch verschlimmerte, profitierte Hakob extrem von den taktischen und technischen Ratschlägen. Dazwischen erhielt er genügend Zeit zum Regenerieren. «Schlafen, trainieren, essen », so bringt Hakob die Zeit in Marbella in wenigen Worten auf den Punkt.

Für den Badener gehört diese Zeit in Marbella zu den Highlights des Jahres 2019. Ausserdem wurde mit ihm über einen zukünftigen Vertrag diskutiert. Hakob sagt dazu: «Sie haben mich beobachtet und waren von mir und meinem Boxstil begeistert. Es war sicherlich nicht das letzte Mal, dass ich dort war.»

Die Zwangspause optimal ausnützen

Die Monate, in denen er nicht aktiv boxen darf, werden für Hakob zur Herausforderung. Trotzdem sieht er in dieser Zwangspause durchaus Positives und auch Chancen. Er kann sich nach acht Monaten intensivem Training ausgiebig erholen und die Zeit mehrheitlich seinem eigenen Gym in Baden widmen.

Aufgeben ist für Hakob ein Fremdwort.

Aufgeben ist für Hakob ein Fremdwort.

Daneben will er sich als Trainer weiterentwickeln und auch das Weiterkommen seiner Schüler forcieren. Wenn er dann wieder vollständig fit ist, plant er schon eine Reise nach Amerika, da der ehemalige Flüchtling endlich seinen Reisepass erhalten hat. Festzuhalten ist: Wer so ambitioniert und engagiert ist wie Hakob, der hat keine Zeit zum Trübsal blasen.

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