Challenge League

Vom Trainer wachgeküsst: Mats Hammerich spielt beim FC Aarau plötzlich eine Hauptrolle

Mats Hammerich zeigt beim FC Aarau überzeugende Leistungen.

Mats Hammerich zeigt beim FC Aarau überzeugende Leistungen.

Mittelfeldspieler Mats Hammerich ist beim FC Aarau der Aufsteiger der vergangenen Spiele. Seit zwei Monaten ist der 22-Jährige in der Startformation praktisch gesetzt - und bedankt sich für das Vertrauen mit guten Leistungen. Zuletzt schoss er eines seiner seltenen Tore.

Manchmal braucht ein Fussballprofi nur einen kleinen Aufsteller, eine kleine Motivationsspritze, um in die Spur zu kommen. Im Fall von Mats Hammerich kam dieser Aufsteller ziemlich überraschend.

Nachdem der Mittelfeldspieler des FC Aarau zu Beginn der Saison gegen Wil (1:3), Winterthur (2:5) und Chiasso (2:1) auf der Ersatzbank Platz nehmen musste, stand er in der vierten Runde am 16. Oktober im Auswärtsspiel bei ­Stade Lausanne-Ouchy (1:1) erstmals in der Startformation. Das alleine war noch keine Schlagzeile wert. Eine Schlagzeile wert war allerdings die Tatsache, dass Hammerich mit Elsad Zverotic den Captain des FC Aarau auf die Ersatzbank verdrängte.

Mats Hammerich trifft gegen Lausanne-Ouchy zum 1:2.

Mats Hammerich trifft gegen Lausanne-Ouchy zum 1:2.

Trainer Stephan Keller setzte gegen die Waadtländer also auf Hammerich. Es war ein Entscheid mit Folgen. Knapp zwei Monate ist der 22-Jährige in der Startelf beinahe gesetzt.

Nachdem Mats Hammerich in den ersten Einsätzen mit Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen hatte, kommt er immer besser in Form. Vielleicht ist es ja ein Zeichen der Fussballgötter, dass ihm Stade Lausanne-­Ouchy schon zum zweiten Mal in dieser Saison Glück gebracht hat.

Beim 3:3 gegen die Waadtländer am vergangenen Freitag schoss Hammerich den ­Anschlusstreffer zum 1:2 und leitete damit den Zwischenspurt zur zwischenzeitlichen 3:2-Führung ein.

Keller: «Er arbeitet für die Mannschaft»

Klar ist: Trainer Stephan Keller und Spieler Mats Hammerich – das passt! «Mats Hammerich ist ein nützlicher Spieler», sagt Keller. «Er arbeitet für die Mannschaft, macht viel, muss aber noch effizienter werden. Seine Nominationen in der Startformation verdient er sich in den Trainings während der Woche immer wieder aufs Neue.»

Hammerich freut sich über die positive Aussage und gibt das Kompliment zurück. «In meiner Zeit beim FC Aarau habe ich unter der Führung von Stephan Keller am meisten Fortschritte gemacht», erklärt er. «Er ist ein Perfektionist, arbeitet akribisch und überlässt nichts dem Zufall. Dass der Trainer mir Vertrauen schenkt, ist eine grosse Genugtuung. Es gibt mir das Selbst­bewusstsein, welches ich ­brauche.»

Einen guten Draht hat Hammerich nicht nur zum Cheftrainer, sondern auch zu Norbert Fischer. Der Assistenztrainer ist für Hammerich im Lauf der Zeit zu einer Bezugsperson geworden. «Mit Norbert Fischer habe ich auch neben dem Fussball ein spezielles Verhältnis», sagt Hammerich. «Er hat nicht nur in guten, sondern auch in schwierigen Phasen ein offenes Ohr für jeden Spieler. Er ist immer positiv. Trotzdem fordert er von allen das Maximum.»

Mats Hammerich jubelt mit seinen Teamkollegen

Mats Hammerich jubelt mit seinen Teamkollegen

Auslaufender Vertrag: «Damit beschäftige ich mich nicht»

Für Hammerich läuft’s in dieser Saison rund: Eine derart vielversprechende Startphase mit acht Einsätzen in der Startformation hatte er beim FC Aarau noch nie. In der Vergangenheit musste er immer und immer wieder unten durch, sah sich teilweise massiver Kritik ausgesetzt.

Sein Debüt in der 1. Mannschaft gab er vor mehr als viereinhalb Jahren. Es war am 13. Mai 2016 bei einem 3:3 in Wil. Auf die Saison 2016/17 wurde er an den SC Cham ausgeliehen und kehrte im Sommer 2017 ins Brügglifeld ­zurück. Insgesamt absolvierte er 93 Spiele im FCA-Dress und schoss sechs Tore.

Auffallend: Fünf dieser sechs Tore erzielte er unter Führung der beiden Trainer Ton Verkerk und Stephan Keller. Unter den anderen Trainern Marco Schällibaum, Marinko Jurendic und Patrick Rahmen war es gerade mal ein Tor in 64 Partien.

Hammerich ist beim FC Aarau auf dem Weg nach oben. Sein Vertrag dauert allerdings nur noch bis Ende dieser Saison. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine Anzeichen dafür, dass er verlängert wird. Ein diesbezügliches Gespräch zwischen Sportchef Sandro Burki und Hammerich gab es noch nicht.

«Damit beschäftige ich mich im Augenblick nicht», sagt Hammerich. «Ich bin froh, dass ich spielen kann und mich zeigen darf. Ich weiss, dass meine Leistungen konstanter werden müssen. Ich mache einen Schritt nach dem andern. Momentan ist vieles gut beim FC Aarau. Es macht einfach Spass. Der Rest kommt von selbst.»

Autor

Ruedi Kuhn

Ruedi Kuhn

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