Vier Spiele, vier Siege. Zuletzt ein souveränes 3:1 gegen Gruppenfavorit Red Star Zürich, das vergangene Saison nur knapp den Aufstieg von der 1. Liga in die Promotion League verpasste. Der FC Baden ist im Aargauer Spitzenfussball die einzige Mannschaft, die Freude macht.

Der FC Aarau (Challenge League) ist nach fünf Spielen immer noch punktelos, der FC Wohlen (Promotion League) hat unter der Woche gegen YF Juventus den ersten Sieg eingefahren, hängt in der Tabelle aber immer noch unten fest.

Von unten kommt auch der FC Baden. Vergangene Saison gelang dank eines starken Schlussspurts unter «Feuerwehrmann» Fredy Strasser der Klassenerhalt in der 1. Liga. Neben dem Platz hat der Verein mit grossen finanziellen Problemen zu kämpfen: 300 000 Franken hoch ist der Schuldenberg, den der neue (und alte) Präsident Heinz Gassmann von Vorgänger Thomi Bräm übernommen hat und der in den nächsten Monaten sukzessive abgebaut werden soll.

Ranko Jakovljevic coacht seine Leute bisher erfolgreich.

  

Auch sportlich hat Gassmann klare Vorstellungen: «Ich habe einen Dreijahresplan aufgestellt», sagt er nach der Amtsübernahme im Juni, «und nach diesen drei Jahren möchten wir den Aufstieg in die Promotion League geschafft haben.»

Das Gesicht des sportlichen Höhenflugs ist Trainer Ranko Jakovljevic. Trotz finanziell besserer Angebote, teils auch aus dem Ausland, entschied sich der Bosnier im Sommer für den FC Baden. Der aargauische Fussball ist sein Daheim. Dank den guten Beziehungen zum Team Aargau, für das Jakovljevic selber lange gearbeitet hat, konnte Baden gleich vier Spieler von der kantonalen Nachwuchsgruppierung in seine erste Mannschaft holen.

Benachteiligter FC Wohlen?

Kleiner Exkurs: Dass der dritte Partnerverein, der FC Wohlen, mit Jan Burkard nur ein Talent für die erste Mannschaft erhalten hat, ist ein Ungleichgewicht. Ein erstaunliches vor dem Hintergrund, dass die Wohler doppelt so viel in die Team-Aargau-Kasse bezahlen wie Baden (10 000 und 5000 Franken).

Aus dem Freiamt heisst es, man lasse dem neu gestarteten Projekt im Team Aargau Zeit, schaue sich die Entwicklung aber sehr genau an. Was heisst: Sollten sich die Wohler auch in Zukunft benachteiligt fühlen, was die Fütterung der ersten Mannschaft mit Team-Aargau-Talenten betrifft, werden sie ihre Rolle, ja grundsätzlich ihre Teilnahme an der Gruppierung überdenken.

Zurück zum FC Baden und dessen gelungenen Transfers in der Sommerpause: Mit der Verpflichtung des langjährigen FC-Aarau-Abwehrchefs Juan Pablo Garat ist gar ein Coup gelungen. «Er ist ein Vorbild für unsere junge Mannschaft», sagt Jakovljevic. Der Anteil des Trainers ist ebenfalls nicht zu unterschätzen: Jakovljevic gilt schweizweit als Talentflüsterer.

Ranko Jakovljevic mittendrin

Vor allem Spieler, die im ersten Anlauf den Sprung nach oben nicht geschafft haben, sind sein Spezialgebiet. Mit Kevin Spadanuda, ebenfalls ein ehemaliges Team-Aargau-Talent, hat er einen solchen Spieler ins Stadion Esp geholt. Und Spadanuda blüht richtiggehend auf.

Zur immer noch weissen Weste in der Meisterschaft sagt Jakovljevic: «Das konnten wir so nicht erwarten. Alle Siege waren verdient. Aber wir müssen auf dem Boden bleiben und uns immer wieder bewusst sein, dass wir eine sehr junge und unerfahrene Mannschaft haben und dass der FC Baden sehr schwierige Zeiten hinter sich hat.»

Für Jakovljevics geschundene Trainerseele ist die Siegesserie Balsam. Vom Loser zum Winner. In der vergangenen Saison hatte er die undankbare Aufgabe, den FC Wohlen zu trainieren, der in der Winterpause den freiwilligen Abstieg ankündigte. Auf der 18 Spiele dauernden Abschiedstour sammelte Wohlen noch mickrige fünf Pünktchen, ein Sieg gelang dabei nicht.

Mittendrin der machtlose Ranko Jakovljevic, dessen Spieler längst abgeschlossen hatten mit Wohlen. «Das war schwierig, aber auch eine sehr lehrreiche Zeit. Umso mehr freue ich mich, dass es bisher so gut läuft in Baden», sagt er.