Leichtathletik
Vom Dottiker Dorflauf an die EM nach Tallinn

Nervosität vor den bevorstehenden U20- Europameisterschaften in Estland kennt die Läuferin Loretta Miani nicht.

Roman Michel
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bz Basellandschaftliche Zeitung

Loretta Miani scheint nichts und niemand aus der Ruhe zu bringen. Nervosität vor den bevorstehenden U20- Europameisterschaften in Estland kennt die Läuferin nicht: «Dafür ist vor dem Wettkampf noch genügend Zeit, aber jetzt lohnt es sich noch nicht, nervös zu sein.»

Doch bei den Gedanken an die letztjährigen Nachwuchs-Weltmeisterschaften in Kanada kommt auch die Dottikerin ins Schwärmen: «Dieser Anlass war unglaublich. Den Austausch innerhalb des Schweizer Teams und der anderen Ländern werde ich nie vergessen.» Ab heute hat Miani die nächste Möglichkeit, bei einem Grossanlass wichtige Erfahrungen zu sammeln. «Schon nur ein Aufgebot des Schweizer Kaders zu erhalten, motiviert mich. Ich bin froh, dies erleben zu dürfen.» In den Sprintdisziplinen 100, 200 Meter und der 4×100-Staffel geht Miani in Tallinn an den Start. Dabei rechnet sie sich in der Staffel am meisten Chancen auf eine Topplatzierung aus: «Wir möchten das Finale erreichen.» Das Viererteam konnte bereits im Frühling für Furore sorgen und knackte den Schweizer U20-Staffelrekord.

In den Einzeldisziplinen geht es für die 19-Jährige primär darum, die Qualifikationslimite zu bestätigen, welche sie im Mai dieses Jahres lief. «Die Teilnahme an den Europameisterschaften war mein grosses Saisonziel», sagt die Athletin des TV Wohlen.

Aller Anfang ist schwer

Die Karriere von Miani begann an einem Dorflauf in Dottikon. «Ich rannte so schnell, dass mich meine Mutter umgehend ins Leichtathletik-Training schickte», erzählt die Pharmaassistentin, die bald Gefallen am Rennen fand. Auf Erfolge musste sie aber lange warten. «Bei meinen ersten Wettkämpfen landete ich meist in den hinteren Rängen, ohne zu wissen wieso.»

Miani liess sich dadurch nicht verunsichern: «Ich überlegte gar nicht gross sondern trainierte weiter.» Mit Erfolg; mittlerweile stehen vier Trainings pro Woche auf dem Programm. Für die Zukunft hat die 19-Jährige Grosses vor: Die Europameisterschaften der Elite im eigenen Land. Miani bleibt aber realistisch: «Bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Ich muss mich erst in den Nachwuchsstufen beweisen.» Doch auch davon lässt sich die Dottikerin nicht aus der Ruhe bringen.