Volkslauf
Sekundenkrimi nach harten 21,1 km am Hallwilerseelauf

Die Favoritin Petra Eggenschwiler setzte sich am 47. Hallwilerseelauf gegen die hartnäckige Aufsteigerin Sereina Scherzinger durch. Bei den Männern siegte der einheimische David Keller deutlicher. Die Frauen übertrumpften die Männer auf den 21,1 km um den grössten Aargauersee punkto Klasse und Spannung.

Jörg Greb
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Petra Eggenschwiler und David Keller waren in ihren Kategorien jeweils am schnellsten.

Petra Eggenschwiler und David Keller waren in ihren Kategorien jeweils am schnellsten.

Alexander Wagner

Die national in diversen Sparten etablierte Petra Eggenschwiler aus Oberdorf (SO) setzte sich nach 1:20:08 Stunden mit einem Vorsprung von 2,4 Sekunden vor der elf Jahre jüngeren Sereina Scherzinger durch. «Das war hart gewesen», sagte Eggenschwiler, «ich musste sämtliche Register zücken.» Um alles in der Welt wollte sie «eine Niederlage wie am Zermatt Marathon vermeiden». Beim Berglauf-Klassiker im Wallis verfehlte sie den Podestrang um 9 Zehntelsekunden. Nun ging es um den Sieg.

Eggenschwiler versuchte auf den letzten Kilometern «es Schiit einzulegen». Von einer «Alles-oder-Nichts-Strategie» sprach sie: «Entweder geht die Rechnung auf oder es stellt mich auf.» Am Schluss konnte sich die Powerman-Weltmeisterin von 2018, diesjährige Sensationszweite am Ironman Switzerland hinter Daniela Ryf und Siegerin des Inferno Triathlons über ihren zweiten Hallwilerseelauf-Sieg nach 2017 freuen – «auch wenn ich Sereina nie abschütteln konnte und ihren Atem ständig hörte». Und Scherzinger? Sie hob die Schultern und meinte: «Ich bin auch so zufrieden, es gibt auch noch andere Bewertungskriterien als den Rang.»

Keller und seine Hallwilerseelauf-Erinnerungen

Eng war’s auch bei den Männern – zumindest bis Kilometer 18. Im direkten Zweikampf befanden sich bis zu jenem Zeitpunkt David Keller und der afghanische Flüchtling Mohammad Alizada Noon. Seitenstechen des Mannes aus Kerenzerberg sorgten für die Vorentscheidung. Und Keller konnte seinen Heimvorteil ausspielen und geniessen.

Der Hallwilerseelauf 2021.
24 Bilder
Der Hallwilerseelauf 2021.
Sieger David Keller.
Der Hallwilerseelauf 2021.
Siegerin Petra Eggenschwiler.
Patrick Benz läuft auf Rang 2.
Siegerin Petra Eggenschwiler (links) im Interview.
Siegerin Petra Eggenschwiler.
Siegerin Petra Eggenschwiler.
v.l.: Patrick Benz, zweiter. Sieger David Keller und Mohammad Alizada Noor, dritter.
Die Sieger Petra Eggenschwiler und David Keller.
Immer auf Achse: OK-Praesident Roland Mueller.
Start zum Lauf über 10 Kilometer.
Start der Junioren.
Start zum Lauf über 10 Kilometer.
Start der Juniorinnen.
Junioren kurz nach dem Start.
Junior in vollem Sprint vor dem Maisfeld.
Start der Juniorinnen.
Hallwilerseelauf 2021.
Hallwilerseelauf 2021.
Läufer vor dem Schloss Hallwyl.
Start zum 10 KM-Lauf.
Hallwilerseelauf 2021.

Der Hallwilerseelauf 2021.

Alexander Wagner

Aufgewachsen in Menziken kennt er den Hallwilersee von seinen Trainingsläufen her hervorragend – auch wenn er inzwischen in Dietikon lebt und von der LG Homberg zum etablierten Laufklub TV Oerlikon gewechselt hat. Er sagt: «Der Hallwilerseelauf ist ein Wegbegleiter von mir.» Keller siegte mit 1:11:42 Stunden.

Ein Rutz-Büchel-Schützling und ein harter Frauendreikampf

Auch das 10-km-Rennen sorgte für grossen Sport mit spannenden Entscheidungen. Als Schnellste profilierten sich Fabian Nussbaumer und Vera Landtwing. Der 23-jährige Toggenburger holte sich mit seinem klaren Siegen in seinem ersten Rennen des Jahres einen Motivationsschub. Nach einer Verletzung hatte er sich genügend Zeit gelassen. Und dazu riet ihm eine, die weiss, wie man erfolgreich läuft: Kellers Trainerin Selina Rutz-Büchel, die Schweizer 800-m-Rekordhalterin und zweifache Halleneuropameisterin.

Bei den Frauen setzte sich Vera Landtwing durch. Die Baselbieterin verfügte über mehr Reserven als Eline Gemperle, die Junioren-Weltmeisterin im OL von 2019 aus Boniswil. «Ich musste Gas geben», sagte Landtwing und verglich mit ihrem zweiten grossen Hobby (und Beruf): der Musik. «Perfektion braucht es überall.» Obwohl es ihr nicht zum Sieg reichte, freute sich auch Gemperle. Über zwei Minuten schneller als letztes Jahr lief die 21-Jährige. Nochmals bestätigt sah sie damit ihre markanten Fortschritte von diesem Jahr. Der 16. Schlussrang an der OL-Elite-EM im Sprint ragt dabei heraus aus ihren erstaunlichen Ergebnissen dieses Jahres.

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