Fussball
Vojan Cvijanovic über seinen Wechsel zu Zofingen

Vojan Cvijanovic wurde gleich in seiner ersten Saison bei Zofingen zum Leistungsträger. Trotz des missratenen Aufstiegs sagt er: «Ich will noch mehr erreichen!»

Von Fabian Sangines
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Skorer Vojan Cvijanovic im Spiel gegen den FC Hochdorf.

Skorer Vojan Cvijanovic im Spiel gegen den FC Hochdorf.

Otto Lüscher

Seine Augen leuchten, wenn Zofingens Vojan Cvijanovic von seinem Jobwechsel erzählt. Denn er liess viel mehr als eine Arbeitsstelle zurück. Es war ein Schritt der Reife – raus aus der Komfortzone, rein ins Erwachsenenleben. «Erstmals in meinem Leben arbeitete ich nicht mehr mit einem meiner besten Freunde zusammen, sondern war auf mich alleine gestellt, musste mich alleine beweisen», erzählt der 26-Jährige.

Mutiger Wechsel

Es war ein bewusster Schritt, den er nicht nur im Berufsleben, sondern zur selben Zeit auch im Fussball, seiner grossen Leidenschaft, vollzog. Weg vom FC Gränichen, wo er ebenfalls von seinen engsten Freunden umgeben war, wechselte er zum ambitionierten 1.-Liga-Absteiger SC Zofingen. Beide Entscheidungen bezeichnet er mittlerweile als die besten seines Lebens. «Ich schaute nicht mehr nach links und rechts, was meine Freunde machen, sondern konzentrierte mich mal nur auf mich selber», begründet der Stürmer.

Mit Erfolg: In 24 Spielen kam er auf eine sagenhafte Ausbeute von 29 Toren und sorgte mit seinen Teamkollegen im Aufstiegskampf der 2. Liga inter lange Zeit für Spannung. Dass es dennoch nicht für den Aufstieg gereicht hat, bedauert der Mann mit dem eingebauten Torriecher zwar, nimmt es aber angesichts der schlussendlich übermächtigen Konkurrenz sportlich: «Buochs ist eine unglaublich starke Truppe, sie haben es verdient.»

Gegen die Innerschweizer hatte er übrigens doppelt das Nachsehen, denn deren Goalgetter Manuel Bucheli sicherte sich mit schier unglaublichen 36 Toren auch noch gruppenübergreifend die Torjägerkrone - gleich dahinter klassierte sich Cvijanovic.

Der Zusammenhalt im Team ist gross

Neben seiner «Entfesselung» half dem sensiblen Zauberfuss, der für den FC Aarau unter Alain Geiger immerhin ein Super-League-Spiel bestritten hat, dass er von seinen neuen Teamkollegen sofort gut aufgenommen wurde. Wie ein Fremder habe er sich nie gefühlt, erzählt Cvijanovic, und schiebt nach: «Die Stimmung im Team ist grossartig.» Daran hat auch der verpasste Aufstieg nichts geändert, weshalb die Truppe zu einem grossen Teil zusammenbleiben wird.

Mehr noch: Dank namhaften Zuzügen wie Jose Mamone, Gergory Gemperle, Dario Dussin, Rafed Bayazi und Dominik Sieber dürfte Zofingen auch in der kommenden Spielzeit zu den heissen Aufstiegsanwärtern zählen. Dem pflichtet auch der Torjäger vom Dienst bei: «Nächste Saison wollen wir unbedingt rauf!»

Es sprechen gleich zwei Gründe dafür, dass Cvijanovic bei dieser Mission erneut eine zentrale Rolle einnehmen wird: Zum einen ist es die Konkurrenz auf seiner Position – Spieler wie Antonio Aiello und Neuzugang Bayazi werden kaum freiwillig auf eine Nomination im Sturmzentrum verzichten – und dann ist da noch der ständige Drang nach der ewigen Verbesserung. Begleitet von seinem unvergleichlichen Lachen droht die Frohnatur: «Jetzt nehme ich die 30er-Marke ins Visier.»