Handball NLA
Vierter Sieg im fünften Spiel der Finalrunde: Der HSC Suhr Aarau gewinnt beim BSV Bern Muri mit 31:28

Der HSC Suhr Aarau setzt sich dank des 31:28-Auswärtssieges in Bern auf dem dritten Rang der Finalrunde-Tabelle fest. Gegen den BSV Bern Muri sorgte nach zwischenzeitlichem Viertore-Rückstand eine Leistungssteigerung der gesamten Mannschaft und insbesondere von Torhüter Dario Ferrante in der Schlussphase für die Wende.

Dean Fuss
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HSC-Torhüter und Co-Captain Dario Ferrante hatte mit seiner starken Leistung in der Schlussphase massgeblichen Anteil am HSC-Sieg.

HSC-Torhüter und Co-Captain Dario Ferrante hatte mit seiner starken Leistung in der Schlussphase massgeblichen Anteil am HSC-Sieg.

Alexander Wagner

Plötzlich ist er doch noch da. Plötzlich macht er doch noch den Unterschied zugunsten des HSC Suhr Aarau. Die Rede ist von Dario Ferrante, der seiner Mannschaft in der Schlussphase den Weg zum 31:28-Auswärtssieg beim BSV Bern Muri ebnet.

Plötzlich deshalb, weil der Torhüter des HSC bis zur 53. Minute kaum in Erscheinung getreten war. Den Platz zwischen den Pfosten hatte der 25-Jährige nach rund 20 Minuten der Partie von der nominellen Nummer 1 Dragan Marjanac übernommen. Wie dem Serben gelang es aber vorerst auch Ferrante nicht, seinem Team zu helfen – bis zur Schlussphase.

Sechs Paraden und nur noch zwei Gegentreffer lautet die Bilanz des schweizerisch-italienischen Doppelbürgers in den letzten siebeneinhalb Minuten der Partie. «Das war ein ganz spezielles Spiel», sagt Ferrante nach der Schlusssirene. «Wir sind erst in den letzten zehn Minuten in den ‹Flow› gekommen und haben die Partie dann noch drehen können.»

Es war eben nichts normal

Dass diese Wende überhaupt noch möglich war, hatten Ferrante und Marjanac ihren Vorderleuten zu verdanken, die sich vom Gegner nie mehr als drei, vier Treffer distanzieren liessen. Das sah auch HSC-Cheftrainer Misha Kaufmann so: «Wir haben 50 Minuten ohne Torhüter gespielt. So kannst du normalerweise unmöglich noch gewinnen.»

Aber am Sonntagnachmittag war eben nichts normal. Weder die ungewohnt frühe Anspielzeit um 13 Uhr aufgrund des «Kids Days» des Gastgebers noch der Ausgang der Partie mit dem HSC als Sieger.

Fast schon normal ist hingegen, dass der HSC in der Finalrunde der NLA als Sieger von der Platte geht. Fünf von zehn Partien dieser eigentlichen Platzierungsrunde vor den Playoff-Viertelfinals sind mittlerweile absolviert. Die Bilanz des HSC ist sehr gut: Vier Siege, nur eine Niederlage und Platz drei in der Finalrundentabelle – mit drei beziehungsweise fünf Punkten Vorsprung auf die Konkurrenz in der zweiten Hälfte der Tabelle.

«Geniessen es auf der Welle des Erfolges»

«Wir geniessen es, auf dieser Welle des Erfolges zu surfen», sagt Ferrante und fügt gleich an: «Trotzdem müssen wir demütig bleiben. Jeder muss seine Aufgabe erfüllen, sonst kommt es nicht gut. Es ist unser Anspruch, die Leistung so halten zu können.» Und ebendiese Leistung stimmte am Sonntagnachmittag, in erster Linie bei den Torhütern, nicht.

Dementsprechend erleichtert war Kaufmann über den Sieg: «Schlussendlich zählt nur, dass wir die zwei Punkte nach Hause mitnehmen können. Die Art und Weise habe ich mir aber auf jeden Fall anders vorgestellt. Da muss in den nächsten Spielen wieder mehr kommen», sagt er.

Auch neben den Punkten gab es positive Aspekte

Dennoch dürfte sich Kaufmann – neben den zwei Punkten – über die eine oder andere zusätzliche Sache gefreut haben: Schliesslich stellte seine Mannschaft aufgrund des Spielverlaufs unter Beweis, dass sie mittlerweile über die Qualität verfügt, auch solche Partien zu gewinnen. Eine Qualität, die man sonst in erster Linie den ganz grossen Top-Klubs zuschreibt.

Nachdem Nikola Isailovic in der 25. Minute mit einer umstrittenen roten Karte bedacht und von der Platte verwiesen worden war, bewies zudem Raphael Rohr, dass man beim HSC auf ihn zählen kann. Der 21-Jährige (vier Treffer) übernahm für den Serben und spielte, als wenn er dessen Rolle schon die gesamte Saison innegehabt hätte.

Weiter geht es für den HSC bereits am Mittwoch mit der Auswärtspartie bei den Kadetten Schaffhausen (Anpfiff: 19.30 Uhr).

Sie haben die Partie verpasst? Sehen Sie sich hier die Aufzeichnung an: