Was war das denn für ein Spiel. Nach der ersten Halbzeit schien es, als würde das Fussballspiel so trist aufhören, wie es begonnen hatte. Doch dem sollte nicht so sein. Die FC Aarau Frauen kamen aus der Kabine und legten los wie die Feuerwehr. Doch erstmal der Reihe nach.

Zu beginn der Partie suchte man vergeblich nach den Attributen, die dem Team im Hinblick auf das Spiel zu Herzen gelegt wurden: Kampfgeist, Energie und der Wille, das Spiel für sich zu entscheiden. Einzig das Tor der Baselbieterinnen sorgte für ein kleines bisschen Unterhaltung in einer Halbzeit, die genau zum Wetter passte.

Alle guten Dinge sind vier

Doch dann kamen die FCA-Frauen wie ausgewechselt aus der Kabine zurück auf den Platz. Die Worte des Trainers hatten also genützt. Sie spielten energisch, mit viel Druck zum Tor. Man spürte: Diese Frauen wollen die drei Punkte um jeden Preis in ihrer Heimstätte behalten. Und das gelang ihnen auch.

Nach etlichen gescheiterten Versuchen vor dem Tor klappte es dann doch. In der 68. Minute kann Alayah Pilgrim, von Lara Zürcher lanciert, sich auf der rechten Aussenseite durchsetzen und den Ball ins linke Eck schieben. Der Ausgleich war nun endlich geschafft. Nur acht Minuten später kommt es im Strafraum der Baselbieterinnen zu einem Gerangel, in dem sich Pilgrim durchsetzen und nachdoppeln kann.

Vierfachtorschützin Alayah Pilgrim nach dem 4:2-Sieg der Aarauerinnen im Interview

Vierfachtorschützin Alayah Pilgrim nach dem 4:2-Sieg der Aarauerinnen im Interview

 

Jetzt merkte man richtig, dass die Aarauerinnen mehr wollten. Vier Minuten dauerte es, ehe Pilgrim ihren Hattrick perfekt machen konnte. Und nochmals vier Minuten später machte sie dann auch noch ihren vierten Treffer. Die Zuschauer waren begeistert von der Leistung der erst 15-jährigen und schenkten ihr einen grossen Applaus, als sie vom Platz ging. „Es war unglaublich für mich“, sagt die Mittelstürmerin zu ihrem Coup.

Nun kommt der Tabellenerste

In einer Woche treffen die Aarauerinnen mit St. Gallen-Staad auf den Tabellenersten. Einfach wird diese Aufgabe auf keinen Fall. Aber erinnern wir uns an die Worte des Trainers zu Beginn der Saison: „Wir spielen in einer Liga, in der jeder jeden schlagen kann.“ Mit einer Leistung wie in der heutigen zweiten Halbzeit könnten in St. Gallen auf jeden Fall Punkte her. Es wären auf jedenfall wichtige Punkte, um in der Tabelle noch einen Platz nach vorne zu machen und sich langsam den ersten drei Plätzen zu nähern. Doch lassen wir erst einmal diesen wunderbaren Sieg ausklingen.

Hier können Sie den Liveticker der Partie nachlesen: