Fussball
Verlieren verboten: Wohlen misst sich im Kellerduell mit Locarno

Der FC Wohlen trifft am Mittwoch vor heimischer Kulisse auf das Tabellenschlusslicht Locarno. Für FCW-Trainer David Sesa ist klar: «Wir wollen gewinnen.» Dafür muss sich die Wohler Offensivabteilung um Ianu, Gaspar und Tosetti aber deutlich steigern.

Ruedi Kuhn
Drucken
Teilen
Unter Zugzwang: Wohlens Matteo Tosetti (l.) soll die Offensive beleben.

Unter Zugzwang: Wohlens Matteo Tosetti (l.) soll die Offensive beleben.

foto-net / Alexander Wagner

Andy Wyder zählt seit rund zwei Jahrzehnten zur Führungscrew des FC Wohlen. Während dieser Zeit hat der Präsident den Klub von der 2. Liga in die Top 20 des Schweizer Fussballs geführt.

Seit 2002 spielen die Freiämter in der Challenge League. In den vergangenen zehn Jahren spielte der sportliche Aspekt die Hauptrolle. «In dieser Saison ist das anders», sagt Wyder.

«Momentan sorgen vor allem Geschichten neben dem Spielfeld für Schlagzeilen. Da ist die komische Sache mit der finanziell kriselnden AC Bellinzona. Hier scheint keiner so recht zu wissen, wohin die Reise geht.»

«Mich stört vor allem», fügt der Klubboss hinzu, «dass wir von den Verantwortlichen der Swiss Football League über die Probleme der Tessiner nicht informiert werden.»

Gestört hat Wyder auch das Dreipunktegeschenk von Lugano an den Tabellenletzten Locarno. Zwar siegte die Mannschaft von Trainer Raimondo Ponte 3:0, verlor die Partie dann aber am grünen Tisch.

Auf dem Matchblatt von Lugano standen acht Spieler, die nicht in der Schweiz ausgebildet wurden. Erlaubt sind aber nur sieben.

Das Präsent am grünen Tisch war für Locarno zweifellos eine Motivationsspritze. Beim 0:0 in Bellinzona und der unglücklichen 0:1-Niederlage gegen Biel mit einem Gegentreffer in der 94. Minute hat der Tabellenletzte bewiesen, dass er sich mit dem Absturz in die 1. Liga Promotion noch längst nicht abgefunden hat.

Ein Blick auf die Tabelle zeigt, dass Locarno mit einem Sieg in Wohlen und einem Erfolg im Nachtragsspiel gegen Wil Ende März bis auf drei Punkte an die Freiämter heran kommen kann.

Glücklicherweise gewinnt man mit dem Konjunktiv aber keine Punkte. Die Tessiner sind Abstiegskandidat Nummer eins.

Sollte die Liga Bellinzona die Lizenz für die nächste Saison allerdings verweigern, bleibt der Kantonsrivale in der zweithöchsten Spielklasse. Ist der Kampf gegen die Relegation also nur eine Luftblase?

Für den FC Wohlen geht es im Heimspiel gegen Locarno von heute in erster Linie darum, nicht zu verlieren. Trainer David Sesa ist gefordert.

Zwar zeigte seine Mannschaft beim 0:2 gegen Lugano am vergangenen Sonntag eine ansprechende Leistung, aber die Offensivabteilung mit Cristian Ianu, Gaspar und Matteo Tosetti war an Harmlosigkeit nicht zu überbieten.

Sesa lässt sich trotz Kritik nicht beirren, setzt gegen Locarno erneut auf Ianu und Gaspar und sagt: «Vor eigenem Publikum wollen wir gewinnen. Deshalb spiele ich mit zwei Stürmern.»

Für den gesperrten Matteus Senkal wird aller Voraussicht nach Routinier Sergio Bastida eine Einsatzmöglichkeit erhalten. Captain Michael Winsauer und Rechtsverteidiger Pascal Thrier fehlen verletzungsbedingt.

Mittwoch, 13. März 2013; 18:30 Uhr, FC Wohlen - FC Locarno.

Aktuelle Nachrichten