Gold über 100 Meter Hürden an der U-18-Schweizer-Meisterschaft und an den Schweizer-Vereinsmeisterschaften sowie ein Vize-Schweizer-Meister-Titel im Staffellauf. Das vergangene Jahr hätte für die 17-jährige Anna Archidiacono wohl kaum besser laufen können. Trotzdem: «An der Aktiv-SM hätte ich mir ein besseres Weitsprung-Resultat gewünscht.»

Die Dänikerin erreichte den fünften Rang. In der folgenden Saison noch besser zu sein, hatte sich Archidiacono fest vorgenommen. Auch, weil im Sommer die U20-Weltmeisterschaft stattfindet. «An der WM mitzumachen war sicherlich eines meiner grossen Ziele für dieses Jahr.» Doch es sollte anders kommen für die Aargauerin. Ihren Namen sucht man derzeit in den Ranglisten vergebens.

Das Sprungbein ist heil

«Vor zwei Monaten habe ich einen Ermüdungsbruch am rechten Fuss erlitten», klärt Archidiacono auf. Ermüdungsbrüche sind kleine Risse am Knochen, die aufgrund von Überbelastung entstehen. «Ich war etwas überrascht, weil mein Sprungbein eigentlich das linke ist.» Glücklicherweise habe ihre Trainerin sie früh genug zum Arzt geschickt.

So konnten schwere Schäden verhindert werden. «Eine Freundin hatte vor einiger Zeit dasselbe Problem, nur hat sie es nicht so schnell bemerkt. Sie konnte den Fuss lange gar nicht mehr belasten», erzählt die Schülerin. «Es wird etwa ein halbes Jahr dauern, bis alles verheilt ist und ich nichts mehr davon spüre.»

Während der Genesung muss Archidiacono aber nicht komplett auf das Training verzichten – im Gegenteil: «Ich glaube, ich trainiere im Moment mehr, als vor der Verletzung.» Sieben Trainingseinheiten pro Woche sind in der Tat schwer zu übertreffen. Auf dem Tagesplan stehen vor allem Fahrradfahren, Joggen, Aquafit und Krafttraining. «Alles was anstrengend ist halt», erzählt Archidiacono lachend.

Es soll an die Schweizer Meisterschaften gehen

Trotz Fortschritten, wird Archidiacono, die seit Ende 2017 Teil des «Swiss Starters Future»-Kaders ist, wohl nicht an der U20-Weltmeisterschaft in Finnland teilnehmen können. «Schade ist das natürlich schon, ich habe mich darauf gefreut. Aber ich werde genug andere Möglichkeiten haben, um mich zu beweisen.»

Die Nächste will sie bereits im September in Angriff nehmen. Dann soll es an die Schweizer Meisterschaften gehen. Druck wolle sie sich bei ihrem ersten grossen Wettkampf nach der Verletzungspause nicht machen.

An ihre letztjährigen Resultate anknüpfen zu können, schliesst sie trotzdem nicht aus: «Das Hürdensprinten an sich habe ich ja nicht verlernt», sagt das Nachwuchstalent schmunzelnd. Geht diese Saison alles nach Plan, will sie nächstes Jahr an der U20-Europameisterschaft in Rumänien teilnehmen. Bei so viel Disziplin, ein Ziel in Griffnähe.