Landhockey

Verkehrte Männerwelt auf der Bernau

Wettingens Mehdi Saleh (l.) gegen Luzerns Martin Greder – beobachtet von Reto Fritschi, Trainer des HC Wettingen. Foto: Alexander wagner

Wettingens Mehdi Saleh (l.) gegen Luzerns Martin Greder – beobachtet von Reto Fritschi, Trainer des HC Wettingen. Foto: Alexander wagner

Die Frauen von Rotweiss Wettingen liessen nichts anbrennen und holten souverän den siebten Cupsieg auf der heimischen Bernau. Bei den Männern schaffte der HC Wettingen den Sprung ins Finale, ganz im Gegensatz zu Rotweiss.

Die Frauen von Rotweiss Wettingen liessen nichts anbrennen und holten souverän den siebten Cupsieg auf der heimischen Bernau. Bei den Männern schaffte der HC Wettingen den Sprung ins Finale, ganz im Gegensatz zu Rotweiss.

Verkehrte Welt: HC statt Rotweiss

Bereits die Männer-Halbfinals waren dramatisch: Rotweiss konnte gegen Luzern früh in Führung gehen und hatte weitere gute Tormöglichkeiten. Doch Eckenspezialist Reto Spörri knallte gleich zwei Strafecken an die Torumrandung. Am Ende setzten sich die Luzerner knapp mit 2:1 durch und feierten den Finaleinzug. Deutlich besser machten es die «kleinen» Wettinger, welche in der Meisterschaft in den hinteren Tabellenregionen zu finden sind.

Der HC Wettingen bezwang im Halbfinal Steffisburg souverän mit 5:1. So kam es nicht zum erhofften reinen Wettinger Finale auf der Bernau. Dafür mussten die Rotweissen zuschauen, wie die Blauweissen zum zweiten Mal in ihrer Vereinsgeschichte ins Endspiel einzogen.

In der Meisterschaft kämpft der HC Wettingen um den Ligaerhalt, deshalb war schon der Einzug ins Endspiel ein grosser Erfolg für das Team von Trainer Reto Fritschi: «Wir haben unsere Möglichkeiten voll ausgeschöpft und alles gegeben. Die Mannschaft hat diszipliniert gespielt und gekämpft wie ein Löwe», analysierte der langjährige Spieler. «Aber am Ende war Luzern eine Nummer zu gross für uns», gab er unumwunden zu. Jetzt geht es in der Meisterschaft nur darum, in der Nationalliga A zu bleiben.

Pikanterweise treffen die Wettinger gleich am nächsten Wochenende wieder auf die Innerschweizer, welche gespickt mit zahlreichen Nationalspielern über ein deutlich routinierteres und eingespieltes Kollektiv verfügen.

Für den Cheftrainer hat sich damit auch irgendwie ein Kreis geschlossen: 1989 stand der HC Wettingen zum ersten Mal im Cupfinal. Damals war Fritschi mit zarten 16 Jahren als jüngster Spieler dabei. Bei der zweiten Teilnahme agierte er als Cheftrainer an der Seitenlinie und sah eine gute Leistung seines Teams. Aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei. Vielleicht klappt es für Fritschi beim dritten Anlauf, den begehrten Pokal in die Höhe zu stemmen.

Die Entscheidung bei den Frauen war eine einseitige Angelegenheit: Im Halbfinal setzten sich die Titelverteidigerinnen mit 7:0 gegen die Young Boys aus Bern durch. Und auch im Final kanterten die Rotweissen vor heimischem Publikum die Luzernerinnen mit dem gleichen Resultat vom Kunstrasen. Damit sicherte sich Rotweiss den siebten Cupsieg und ist nur noch zwei Erfolge hinter den Rekordhalterinnen aus Bern.

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