Basketball
Vacallos Konkurs führt die Albrecht-Brüder wieder zusammen

Seit Februar spielt neben Matthias Albrecht auch dessen Bruder Roman für den Basketballclub Alte Kanti Aarau. Für die beiden Aargauer ist klar, was sie in dieser Saison erreichen wollen: den Meistertitel.

Fabio Baranzini
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Gemeinsame Sache: Roman Albrecht (l.) und Matthias Albrecht. fba

Gemeinsame Sache: Roman Albrecht (l.) und Matthias Albrecht. fba

Sonntagnachmittag in aargauischen Ehrendingen. Matthias und Roman Albrecht geniessen ihren einzigen freien Tag zu Hause. Das Meisterschaftsspiel vom Vortag gegen Pully steckt den Brüdern noch in den Knochen.

Trotzdem holen sie für das Fotoshooting zwei Bälle aus dem Keller und kommen zum Basketballcourt, der nur wenige Gehminuten entfernt liegt. «Wenn wir im Sommer ein paar Körbe werfen wollen, kommen wir oft hierher», erklärt Matthias Albrecht.

Im Moment liegt jedoch Schnee auf dem Spielfeld und obwohl sich die Sonne an diesem Nachmittag zeigt, laden die winterlichen Temperaturen nicht gerade zum Basketball spielen ein.

Zeit für zusätzliche Trainings haben Matthias und Roman Albrecht auch nicht. Neben den Spielen am Wochenende trainieren sie vier Mal pro Woche mit der Mannschaft des amtierenden Nationalliga-B-Meisters Alte Kanti Aarau. Da bleibt neben Sport und Vollzeitanstellung nicht mehr viel Freizeit.

Kurzes Gastspiel in Vacallo

Es ist das erste Mal seit über vier Jahren, dass die zwei Hühnen – beide sind deutlich über zwei Meter gross – in derselben Mannschaft spielen. Zu Juniorenzeiten standen sie in Neuenhof, Baden und Zürich gemeinsam auf dem Platz, bevor sich ihre Wege trennten.

Während der 21-jährige Matthias den Sport eher als intensives Hobby betrachtet und wegen seiner Ausbildung zum Polygrafen gar ein Jahr pausierte, steckte sein zwei Jahre älterer Bruder mehr Zeit und Energie in seine Sportlerkarriere.

Neben dem Sport-KV und der Berufsmatura ging Roman Albrecht drei Jahre für die Starwings in der NLA auf Punktejagd und reifte in dieser Zeit zum Nationalspieler.

Im vergangenen Sommer wagte er dann den Schritt zu den Profis und wechselte innerhalb der höchsten Schweizer Spielklasse zu Vacallo. «Wir hatten ein super Team und konnten zweimal täglich trainieren», erzählt er.

Viel mehr Positives gibt es von seinem Intermezzo in der Sonnenstube der Schweiz jedoch nicht zu berichten. Lediglich zwei Lohnzahlungen hat er erhalten und auch neben dem Platz hat einiges nicht geklappt. «Wir wurden immer wieder vertröstet, eingetroffen ist aber trotzdem nichts», blickt er zurück.

Der Wechsel zu Aarau

Im Februar ging Vacallo schliesslich Konkurs und Albrecht musste sich einen neuen Arbeitgeber suchen. Seine Wahl fiel auf Aarau. Weshalb der Wechsel in die NLB? «Ich hätte auch einen neuen NLA-Verein gefunden, aber ich wollte nach meinem Bänderriss im Fuss Spielpraxis sammeln und neben dem Sport wieder arbeiten», erklärt Roman Albrecht.

Nicht ganz unbeteiligt am Wechsel in die Kantonshauptstadt ist Bruder Matthias. «Trainer Milenko Tomic meinte, ich solle doch fragen, ob er nicht nach Aarau kommen wolle. Das ist jetzt Tatsache geworden», meint dieser schmunzelnd.

Keine Konkurrenten

Vergangenen Samstag standen die beiden erstmals gemeinsam im Dress des BC Alte Kanti Aarau auf dem Feld. Roman Albrecht gab dabei nach drei Monaten sein Comeback.

«Es lief gut. Wir haben gewonnen und ich hatte keine Schmerzen», freut er sich. Durch seine Rückkehr auf den Court ergibt sich für die Brüder eine neue Situation, denn beide spielen auf der Center-Position.

Entbrennt nun ein Konkurrenzkampf im Hause Albrecht? «Nein, nein. Ich sehe das sogar als Vorteil, wenn ich auch im Training einen Gegenspieler habe, der so gross ist wie ich», meint Matthias und sein Bruder nickt zustimmend.

Gemeinsam wollen die beiden Aargauer dem aktuell besten Verein ihres Wohnkantons dazu verhelfen, den Titel in der NLB zu verteidigen. «Alles andere kann nach dem ersten Platz in der Vorrunde nicht unser Ziel sein», sind sich die beiden einig.

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