Keine Bange. Noch glaubt Bachmann an die Menschheit. Das ist gut so. Damit glaubt er nämlich auch an die Fussballer des FC Aarau. Der 59-Jährige zeichnet seit Januar 2010 als Sport-Koordinator des Vereins vom Brügglifeld verantwortlich. In dieser Funktion ist Bachmann Bindeglied zwischen dem Verwaltungsrat und der ersten Mannschaft, koordiniert in erster Linie den Transferbereich und arbeitet eng mit Trainer René Weiler zusammen.

Als Bachmann vor zweieinhalb Jahren den Job von Sportchef Fritz Hächler übernahm, wurde der Quereinsteiger von vielen belächelt. Der Grund: Die Erfahrungswerte des Suhrers im Profifussball hielten sich in Grenzen. In argen Grenzen.

Bachmann musste denn auch Lehrgeld bezahlen, blickt zurück und sagt: «Das Fussballgeschäft ist völlig unberechenbar. Da verhandelt man während Wochen mit einem Spieler und glaubt, dass die Sache auf guten Wegen ist. Und dann unterschreibt er bei der Konkurrenz.» Nervten ihn früher solche Geschichten, so nimmt er sie heute auf die leichte Schulter. Bachmann lernt schnell. Sehr schnell. Zugute kommen ihm vor allem die Vergangenheit als Manager bei der Migros und eine Coaching-Ausbildung.

Heute ist der selbstständige Unternehmensberater auf dem Weg zum Kenner der Fussballszene. Seinen Arbeitsaufwand bezeichnet Bachmann auf zwischen 50 und 80 Prozent. Seit einem Jahr hat er ein bezahltes Mandat. Besonders stolz ist er auf die Entwicklung von Talenten wie Silvan Widmer, Joël Mall, Olivier Jäckle, Daniele Romano und dem inzwischen beim FCZ spielenden Loris Benito. Den Transfer und Millionendeal von Widmer zu Udinese Calcio bezeichnet Bachmann als spektakulärsten Transfer seines Wirkens. Trotz der individuellen Klasse vieler Spieler steht für Bachmann eines fest: «Der FC Aarau ist eine Arbeitermannschaft und lebt vom Kollektiv. Siege auf und neben dem Spielfeld sind nur mit Kampfgeist, Einsatz und Willensstärke möglich.»

Erst im Flugzeug ist Schluss

Bachmann hat mit dem FC Aarau innert kürzester Zeit viele Höhen und Tiefen erlebt. Nach dem Abstieg in die Challenge League stand die Saison 2010/11 unter dem Motto Pleiten, Pech und Pannen. Ein Jahr später schaffte der FCA die Barragespiele gegen Sion und verpasste den Aufstieg in die höchste Spielklasse nur knapp. Nach elf Spielen dieser Saison ist Aarau souveräner Leader der Challenge League.

Im Heimspiel vom Samstag gegen den FC Wil bietet sich die Möglichkeit, den Vorsprung auf den härtesten Verfolger auf neun Punkte zu vergrössern. Kein Zweifel: Bachmann hat einen grossen Anteil am Erfolg. Von Rücktritt kann keine Rede sein.

Zum Abschluss des Gesprächs zwinkerte der zweifache Familienvater mit den Augen und sagte: «Präsident Alfred Schmid und ich haben uns vor einiger Zeit ein Versprechen abgegeben. Wir hören erst dann auf, wenn wir mit dem Flugzeug an ein Spiel des FC Aarau reisen müssen.» Gut so. Das Duo dürfte dem FC Aarau also zumindest in der Challenge League erhalten bleiben.