Regionalsport
Unterm Messer statt auf der Piste

Für den Rheinfelder Lorenz Hilpert ist die Saison gelaufen. Nach einem Kreuzbandriss Mitte Dezember wird er diesen Winter in der Uni Buckelpiste statt auf den Skiern verbringen.

Gregory Mathys
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Erste Schritte auf dem Weg zurück: Lorenz Hilpert. GMA

Erste Schritte auf dem Weg zurück: Lorenz Hilpert. GMA

Aargauer Zeitung

Wenn sich die besten Buckelpistenfahrer der Welt Anfang Februar an den Weltmeisterschaften in Amerika den Hang hinunterstürzen, liegt der Rheinfelder Lorenz Hilpert auf dem Operationstisch. Im Training zu einem FIS-Rennen in Frankreich am 17. Dezember «spürte ich, dass es im Knie zweimal knackte, und wusste, dass etwas passiert ist. Dabei war es kein Unfall, sondern es geschah bei einem Schwung, wie ich ihn 200-mal am Tag mache», erinnert sich Hilpert. Die niederschmetternde Diagnose lautete Kreuzbandriss im linken Knie und ein halbes Jahr Pause.

Studium rückt in den Vordergrund

Wirklich überraschend kam die Verletzung nicht, hatte doch ein MRI schon vor zwei Jahren angedeutet, dass das Kreuzband angeschlagen war. Jetzt ist es ganz gerissen, und dies ausgerechnet in einem WM-Jahr, in welchem auch noch die Universiade stattfindet. «Zudem stellte uns Swiss-Ski dieses Jahr einen vollamtlichen Trainer zur Verfügung. Unter solchen Bedingungen zu trainieren, hat wirklich Spass gemacht», bedauert er. Es hät-te also gewiss bessere Momente gegeben für die bisher schwerste Verletzung in Hilperts Karriere. «Das sehe ich nicht unbedingt so. Jeder Zeitpunkt wäre schlecht gewesen, und es war wenigstens noch vor den Qualifikationsrennen für die Weltmeisterschaft», meint der 25-Jährige abgeklärt. «So habe ich jetzt wenigs-tens Zeit, um in meinem Studium vorwärtszukommen», ergänzt er lachend.

Hilpert studiert an der Universität Basel Geschichte und Medienwissenschaften, wobei er aufgrund seines sportlichen Engagements noch nicht allzu viele Punkte sammeln konnte. So verbringt er die nächste Zeit mit Lernen und Physiotherapie. Schon bald nach der Operation will er auch den Muskelaufbau forcieren, was dann dringend notwendig sein wird. «Schon eine Woche nach dem Unfall sah man den Muskelschwund im linken Bein», führt er aus.

Fernziel Olympische Spiele 2014

Spätestens Anfang August will Hilpert in Zermatt wieder auf den Ski ern stehen. Ein Rücktritt kam für ihn nie infrage, zu sehr geniesst er seinen Sport und das viele Reisen. Es ändert sich also auch am Fernziel Olympische Spiele 2014 in Sotschi nichts – vorausgesetzt, er bleibt bis dahin von weiteren Verletzungen verschont.

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