Laufsport
Unter Sternenhimmel zum Sieg: Gabriele Werthmüller gewinnt in Biel

In persönlicher Bestzeit gewann die in Thalheim aufgewachsene Gabriele Werthmüller den 100-km-Lauf in Biel – trotz Seitenstechen und einem Müdigkeitsanfall erreichte die 39-Jährige das Ziel nach 8:30.27 Stunden.

Carla Stampfli
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Gabriele Werthmüller siegte mit fast einer halben Stunde Vorsprung.

Gabriele Werthmüller siegte mit fast einer halben Stunde Vorsprung.

Nur noch einen leichten Muskelkater in den hinteren Oberschenkeln verspürt Gabriele Werthmüller nach den Strapazen des 100-km-Laufs. Davon abgesehen, hat sich die neue Schweizer Meisterin vom Laufereignis in Biel bestens erholt.

Viermal hat die 39-Jährige den Hunderter gelaufen, je einmal hat sie Silber und Bronze geholt. In der sternenklaren Nacht auf Samstag hat Werthmüller den Sprung an die Spitze geschafft: Nicht nur liess sie die Zweitplatzierte um knapp eine halbe Stunde hinter sich, sondern durchquerte auch in persönlicher Bestzeit die Ziellinie.

«Ich bin überglücklich, dass ich meine Zeit um sechs Minuten verbessern konnte», erklärt die Sozialarbeiterin, die zu 80-Prozent auf der Gemeindeverwaltung Derendingen arbeitet.

Werthmüller knackte ihre Rekordzeit von 8 Stunden und 36 Minuten, welche sie vor zwei Jahren im Dauerregen aufgestellt hatte. «Mir gefiel es damals sogar. Dieses Jahr war es mir fast zu warm», sagt die Ultraläuferin, die im Solothurner Vorort Zuchwil wohnt, lachend.

Ab Kilometer 28 ärgerte sie sich dann nicht mehr über das Arm-statt Träger-Shirt, sondern über plötzliches Seitenstechen. «Es war beunruhigend, ich hatte seit langem nicht mehr damit zu kämpfen», erklärt sie.

Dass ihr auch noch ein Läufer während zwanzig Kilometern dicht an den Fersen klebte und in den Nacken keuchte, machte die Sache auch nicht einfacher.

Als das Seitenstechen schwächer wurde und sie den Athlet abgeschüttelt, kam eine grosse Müdigkeit auf: «Ich schlief während des Laufens fast ein. Nach Kilometer 50 lief es dann wieder gut» So gut, dass sie in Rekordzeit und als 16. von insgesamt 954 Finisher/innen ins Ziel lief.

Die regelmässige, seriöse Vorbereitung hat sich ausbezahlt: nicht weniger als 2043 Kilometer – 91 pro Woche – ist sie seit dem 1. Januar gelaufen, die meisten Einheiten absolvierte sie mit der Läufergruppe Derendingen, ihrem Freund oder alleine.