Vetterliwirtschaft
Unschöner Abgang: Hans Aemisegger tritt als Präsident des Aargauischen Fussballverbandes zurück

Der Druck auf Hans Aemisegger wurde zu gross: Nach den Vorwürfen der Vetterli-Wirtschaft, des diktatorischen Führungsstils und der provozierten Kündigungswelle auf der Geschäftsstelle verkündete der Präsident am Dienstag seinen Rücktritt.

Sebastian Wendel, Ruedi Kuhn
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Hans Aemisegger ist nicht mehr Präsident des Aargauischen Fussballverbandes.
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Der Druck auf Hans Aemisegger wurde zu gross:
Nach den Vorwürfen der Vetterli-Wirtschaft, des diktatorischen Führungsstils und der provozierten Kündigungswelle auf der Geschäftsstelle verkündete der Präsident am Dienstag seinen Rücktritt.
Pressekonferenz Aargauischer Fussballverband AFV
Dabei erklärte er, den Schritt zum Wohle des Aargauer Fussballs zu tun und weil er privat als auch beruflich unter den Vorwürfen leide.
Bevor er seinen Rücktritt bekanntgab, begab sich Aemisegger in einer 15-minütigen Ansprache vor den Medienvertretern in die Opferrolle.
Die "AZ"-Artikel der vergangenen Wochen seien tendenziös, falsch und einseitig verfasst.
Er selber sei zu den Vorwürfen nie angehört wurden - was nicht stimmt, die "Aargauer Zeitung" hat Aemisegger mehrmals um Antworten auf ihre Fragen gebeten,...
... der AFV-Präsident ging jedoch nicht darauf ein.
Reden wollte Aemisegger im kleinen Kreis mit der "AZ" auch am Tag seiner Rücktrittsverkündigung nicht.
Hans Aemisegger ist nicht mehr Präsident des Aargauischen Fussballverbandes.
Hans Aemisegger ist nicht mehr Präsident des Aargauischen Fussballverbandes.
Maurice Besson, Vorstandsmitglied AFV.
Richard Zwicker trat per sofort aus dem Vorstand des AFV aus.
Richard Zwicker trat per sofort aus dem Vorstand des AFV aus.
Richard Zwicker, Heinz Aemisegger und Maurice Besson
Richard Zwicker (Mitte) und Maurice Besson (ganz rechts) vom AFV geben Interviews
Richard Zwicker, Heinz Aemisegger und Maurice Besson
Richard Zwicker, Heinz Aemisegger und Maurice Besson
Heinz Aemisegger (links) und Maurice Besson

Hans Aemisegger ist nicht mehr Präsident des Aargauischen Fussballverbandes.

Alexander Wagner

An einer Medienkonferenz im Aarauer Gasthof zum Schützen gab Aemisegger bekannt, dass acht Jahre nach der Wahl zum AFV-Präsidenten für ihn der Zeitpunkt des Rücktritts gekommen ist. Dabei erklärte er, den Schritt zum Wohle des Aargauer Fussballs zu tun und weil er privat als auch beruflich unter den Vorwürfen leide.

Bevor er seinen Rücktritt bekanntgab, begab sich Aemisegger in einer 15-minütigen Ansprache vor den Medienvertretern in die Opferrolle. Die "AZ"-Artikel der vergangenen Wochen seien tendenziös, falsch und einseitig verfasst. Er selber sei zu den Vorwürfen nie angehört wurden - was nicht stimmt, die "Aargauer Zeitung" hat Aemisegger mehrmals um Antworten auf ihre Fragen gebeten, der AFV-Präsident ging jedoch nicht darauf ein. Reden wollte Aemisegger im kleinen Kreis mit der AZ auch am Tag seiner Rücktrittsverkündigung nicht.

An der Medienkonferenz gab auch AFV-Vorstandsmitglied Richard Zwicker seinen sofortigen Rücktritt bekannt. Damit besteht der AFV-Vorstand noch aus drei Personen: Luigi Ponte, Maurice Besson und Armando Granzotto. Bezeichnend: Ponte und Granzotto waren an der Medienkonferenz nicht anwesend, nicht eingeladen von Aemisegger. Ein starkes Indiz für den Graben im AFV-Führungsgremium, dass die Vorwürfe gegenüber Aemisegger alles andere als erfunden sind und dass der Haussegen im Verband schon länger schief hängt.

Luigi Ponte übernimmt vorerst

Wie geht es weiter in einem der grössten kantonalen Sportverbände? Vizepräsident Luigi Ponte wird interimistisch den AFV-Vorsitz von Aemisegger übernehmen. Am 9. August findet in Turgi die nächste ordentliche Delegiertenversammlung statt, an der ein neuer Präsident und neue Vorstandsmitglieder gewählt werden. Möglich, dass sich Ponte dann zum regulären Präsident wählen lassen will.

Zu einer ausserordentlichen Delegiertenversammlung angesichts der Verbandskrise wird es hingegen nicht kommen: Sollte Aemisegger Anfang April zurücktreten, so das Angebot von gegen 40 Vereinen, würden sie die Einberufung der ausserordentlichen Delegiertenversammlung zurückziehen. Die Vereine wollten mit der Forderung nach dem Rücktritt bewirken, dass nach Aemiseggers Abgang die Geschäftsstellen-Mitarbeiter Hannes Hurter und Jonas Manouk ihre Kündigungen zurückziehen.

Der Aargauische Fussballverband gibt eine Medienkonferenz: Hans Aemisegger verkündet seinen Rücktritt

Der Aargauische Fussballverband gibt eine Medienkonferenz: Hans Aemisegger verkündet seinen Rücktritt

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