An einer Medienkonferenz im Aarauer Gasthof zum Schützen gab Aemisegger bekannt, dass acht Jahre nach der Wahl zum AFV-Präsidenten für ihn der Zeitpunkt des Rücktritts gekommen ist. Dabei erklärte er, den Schritt zum Wohle des Aargauer Fussballs zu tun und weil er privat als auch beruflich unter den Vorwürfen leide. 

Bevor er seinen Rücktritt bekanntgab, begab sich Aemisegger in einer 15-minütigen Ansprache vor den Medienvertretern in die Opferrolle. Die "AZ"-Artikel der vergangenen Wochen seien tendenziös, falsch und einseitig verfasst. Er selber sei zu den Vorwürfen nie angehört wurden - was nicht stimmt, die "Aargauer Zeitung" hat Aemisegger mehrmals um Antworten auf ihre Fragen gebeten, der AFV-Präsident ging jedoch nicht darauf ein. Reden wollte Aemisegger  im kleinen Kreis mit der AZ auch am Tag seiner Rücktrittsverkündigung nicht. 

An der Medienkonferenz gab auch AFV-Vorstandsmitglied Richard Zwicker seinen sofortigen Rücktritt bekannt. Damit besteht der AFV-Vorstand noch aus drei Personen: Luigi Ponte, Maurice Besson und Armando Granzotto. Bezeichnend: Ponte und Granzotto waren an der Medienkonferenz nicht anwesend, nicht eingeladen von Aemisegger. Ein starkes Indiz für den Graben im AFV-Führungsgremium, dass die Vorwürfe gegenüber Aemisegger alles andere als erfunden sind und dass der Haussegen im Verband schon länger schief hängt.

Luigi Ponte übernimmt vorerst

Wie geht es weiter in einem der grössten kantonalen Sportverbände? Vizepräsident Luigi Ponte wird interimistisch den AFV-Vorsitz von Aemisegger übernehmen. Am 9. August findet in Turgi die nächste ordentliche Delegiertenversammlung statt, an der ein neuer Präsident und neue Vorstandsmitglieder gewählt werden. Möglich, dass sich Ponte dann zum regulären Präsident wählen lassen will.

Zu einer ausserordentlichen Delegiertenversammlung angesichts der Verbandskrise wird es hingegen nicht kommen: Sollte Aemisegger Anfang April zurücktreten, so das Angebot von gegen 40 Vereinen, würden sie die Einberufung der ausserordentlichen Delegiertenversammlung zurückziehen. Die Vereine wollten mit der Forderung nach dem Rücktritt bewirken, dass nach Aemiseggers Abgang die Geschäftsstellen-Mitarbeiter Hannes Hurter und Jonas Manouk ihre Kündigungen zurückziehen.

Der Aargauische Fussballverband gibt eine Medienkonferenz: Hans Aemisegger verkündet seinen Rücktritt

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