Ciriaco Sforza will nicht jammern. Schliesslich läuft für den Trainer des FC Wohlen alles wie am Schnürchen. Fast alles. Was die Woche vom 27. Oktober bis 1. November betrifft, reagiert Sforza mit Unverständnis, ja sogar mit Ärger. Die Freiämter müssen in dieser Zeit aller Voraussicht nach drei Spiele innert sechs Tagen bestreiten. Am Montag reisen die Freiämter zum Fernsehspiel nach Genf gegen Servette, am Mittwoch geht vor heimischer Kulisse der Cup-Achtelfinal gegen den FC Basel über die Bühne und am Samstag folgt das Gastspiel beim FC Chiasso.

Sforza nervt vor allem die Tatsache, dass sein Team zwischen dem Auswärtsspiel gegen Servette und dem Cupschlager gegen den FCB nur einen Ruhetag hat. «Wir kommen in der Nacht vom Montag auf Dienstag sehr spät von Genf nach Wohlen zurück», erklärt der Trainer. «Und bereits am Mittwoch müssen wir gegen Basel spielen. Das ist ganz einfach unprofessionell. Mehr will ich zu diesem Thema nicht sagen.»

Verständnis vom Verband

Bei den Verantwortlichen der Swiss Football League (SFL) und dem Schweizerischen Fussballverband (SFV) reagiert man mit Verständnis auf das stressige Programm des FC Wohlen. Momentan kann man davon ausgehen, dass sich an den Terminen vom Cupspiel gegen Basel und dem Meisterschaftsspiel in Chiasso nichts ändern wird. Vertreter der SFL und des SFV prüfen die Möglichkeit, das Spiel Servette – FC Wohlen an einem anderen Tag auszutragen. Dafür will man schnellstmöglich Kontakt mit den Verantwortlichen von Teleclub aufnehmen. Ohne das Einverständnis des Privatsenders kann Servette – Wohlen nämlich nicht verschoben werden. Oliver Franzen zeigt sich gesprächsbereit. «Ich verstehe die Reaktion des FC Wohlen», sagt der Product Manager Fussball bei Teleclub. «Ich wäre zweifellos bereit, mit der Liga und dem Verband an einen Tisch zu sitzen und über eine für den FC Wohlen zufriedenstellende Lösung zu diskutieren. Bis jetzt habe ich diesbezüglich aber weder von der Liga noch vom Verband etwas gehört.»

Basler wollen kein Heimrecht

Natürlich stösst in den Reihen des FC Wohlen das Cupspiel gegen Basel auf grosses Interesse. Nach der Auslosung war für Lucien Tschachtli ein Platzabtausch vom Stadion Niedermatten in den St.-Jakob-Park eine Option. «Würden wir den Cup-Achtelfinal in Basel austragen, wäre alles viel einfacher», erklärt der Klubverantwortliche. «Ich müsste nur den Mannschaftsbus bestellen. Und dann wäre meine Arbeit schon erledigt. Natürlich ist ein Heimspiel für unsere Fans eine Riesensache. Für uns ist es aber mit einem riesigen Aufwand verbunden, den wir kaum bewältigen können.» Tschachtli nahm deshalb Kontakt mit dem FC Basel auf. «Es war ein unverbindliches Gespräch», sagt er. «Ich wollte wissen, ob und zu welchen Bedingungen die Basler an einem Platzabtausch interessiert sind. Weil sie nicht interessiert sind, hat sich die Sache erledigt. Wir spielen definitiv zuhause.»

Zuerst die Pflicht

Vor dem Highlight des Jahres im Stadion Niedermatten folgt für den FC Wohlen der Alltag in der Meisterschaft. Am Samstag, 17.45 Uhr, gastiert Sforzas Team in Wil. Nach dem 0:0 gegen Le Mont wird die Partie auf dem Kunstrasen im Bergholz keine leichte Aufgabe. Der Leader der Challenge League ist nach sechs Siegen und drei Unentschieden zwar noch immer ungeschlagen, aber ein Selbstläufer wird dieses Spiel bestimmt nicht. Sforza kann gegen die Ostschweizer wieder auf den vierfachen Saisontorschützen Mergim Brahimi zählen. Brahimi war gegen Le Mont gesperrt und fehlte in der Offensive an allen Ecken und Enden.