Es ist keine einfache Situation, in der sich Fabio Leimer befindet. Um den hohen Anforderungen als Pilot in der Motorsportszene gerecht zu werden, bereitet sich der Rothrister zurzeit mit intensiven Trainings auf die bevorstehende Saison 2015 vor. Der Haken an der ganzen Sache ist jedoch, dass Leimer noch ohne Vertrag dasteht. Der 25-Jährige hat seine Zuversicht deswegen aber nicht verloren und ist guten Mutes, bald einen Platz hinter einem Lenkrad zu bekommen.
«Momentan laufen konkrete Verhandlungen. Ich hoffe, dass sie erfolgreich sind», sagt Leimer. Details will er keine verraten, «weil im Motorsport viel gesagt wird und am Ende dann doch alles anders rauskommt».

Der GP2-Champion von 2013 rechnet aber damit, dass bezüglich seiner sportlichen Zukunft bis Mitte oder spätestens Ende Februar Klarheit herrscht. Offenbar hatte er die Chance, ein Formel-1-Cockpit zu übernehmen, wie er selbst sagt: «Ich hatte ein Angebot als fixer Fahrer für die Saison 2015 erhalten», erzählt Leimer, ohne den Rennstall zu nennen. Er habe jedoch abgelehnt, «weil dieses Angebot für meine Zukunft keinen Sinn gemacht hätte». Den Schritt in die Königsklasse des Motorsports hat Leimer damit nicht gänzlich abgehakt, auch wenn sein Fokus aktuell in eine andere Richtung zielt. «Wenn ich morgen einen Anruf von einem Team erhalten würde, mit dem eine Zusammenarbeit in meinen Augen Sinn macht, wäre ich sofort einverstanden», betont Leimer.

Wieder bei Rebellion Racing?

Er wird in der kommenden Saison wohl in einer anderen Klasse fahren. Sein Plan lautet: Weil es mit den Bestrebungen, die Langstrecken-Weltmeisterschaft mit einem der LMP1-Werksteams Porsche, Audi oder Toyota zu absolvieren, wohl nicht klappt, bietet sich ein zweites Jahr beim Schweizer Privat-Rennstall Rebellion Racing in der LMP2-Klasse an. Zusätzlich zeichnet sich ein Engagement von Leimer in der japanischen Super Formula ab – jener Rennserie also, in der Leimer im vergangenen Dezember zwei Testtage für das Team Mugen bestreiten durfte. «Ich habe sehr positive Rückmeldungen erhalten», freut sich Leimer. Eine für ihn interessante Zusammenarbeit hänge nun – wenig überraschend – einzig davon ab, welche finanziellen Möglichkeiten sich für den japanischen Rennstall durch die Verpflichtung des Aargauers ergeben. «Eigentlich wollen sie mich, es kommt aber darauf an, wie viele Sponsoren ich für mich gewinnen kann», erklärt Leimer. Aus diesem Grund kümmere sich jemand aus seinem Berater-Team vor Ort darum.

Somit bleibt ihm momentan nicht viel anderes übrig, als sich möglichst gut auf die anstehende Saison vorzubereiten. «Es braucht viel Selbstdisziplin, weil ich jeden Tag auch ausschlafen könnte», sagt Fabio Leimer zu seinem Trainingsprogramm, «aber ich muss parat sein, weil meine Zukunft auf dem Spiel steht. Deshalb stehe ich gerne etwas früher auf.»