«Alles andere als ein Sieg von Wohlen wäre heute eine Riesenüberraschung, das ist ihre stärkste Aufstellung der ganzen Saison», sagte der Präsident des Squash-Clubs Fricktal, Peter Schlappritzi, vor der Partie. So kam es auch. Einzig Thomas Lüdin konnte den favorisierten Wohlener Dany Oeschger besiegen. «Zu Beginn dieser Saison hätte er so ein Spiel wohl noch verloren. Doch das Team hat in dieser Saison enorme Leistungssteigerungen gezeigt», so Schlappritzi weiter. Es war die erste Saison in der Nationalliga A für die Fricktaler. Letztes Jahr stiegen sie nach einer Ligavergrösserung und Aufstiegsspielen gegen Uster auf.

Dass sie sich nach dem letzten Spiel vermutlich auf einem der letzten beiden Tabellenränge befinden würden, war den Fricktalern klar. Den anstehenden Barragespielen sehen sie aber gelassen entgegen. «Unsere Steigerung gab uns grosse Motivation. Ich denke, wir würden jedes NLB-Team schlagen», sagt der Präsident.

Wohlen hingegen hat das Saisonziel erreicht, und kann auf dem achten Tabellenrang auch ohne Barrage in der höchsten Stärkeklasse verweilen. Nach drei Jahren als Schweizer Meister scheint die Zielsetzung Ligaerhalt etwas seltsam. Doch die letzten Jahre können nicht als Massstab gelten: Als die Wohlener vor vier Jahren in die NLA aufstiegen, holten sie sich aufgrund ihres dünnen Kaders Unterstützung von einem englischen Topspieler, der ein paar Mal pro Jahr für Ski- und Squashwochenenden anreiste. Andere kamen dazu und so entwickelte sich der Squash-Club Wohlen Stück für Stück zum dreifachen Meister. «Wir haben den Meistertitel nie angestrebt», sagt Spielleiter Peter Frey. «Wir wollten lediglich ein Aargauer Team in der NLA und eine gute Zeit zusammen haben. Der Titel war ein Bonus.» Ob das Team auch in der nächsten Saison in derselben Form antreten wird, ist noch unklar: Die Spieler wohnen mittlerweile grösstenteils weit weg und die Motivation beginnt zu schwinden.

Eine Frau unter lauter Männern

Als eines der einzigen Schweizer Teams kann sich der Squash-Club Fricktal keine Verstärkungsspieler leisten. «Wir haben ein Null-Budget», sagt Peter Schlappritzi. «Die Spieler zahlen die Reisen selber und spielen aus Freude zum Sport.» Weiter besteht die Hoffnung, dass der NLA-Auftritt junge Nachwuchsspieler in den Verein bringt. Bereits jetzt ist die zweite Mannschaft Tabellenführer in der 1. Liga und hat die Chance, aufzusteigen. Und auch das Frauenteam ist unter anderem mit der Schweizer Meisterin Gaby Schmohl gut bestückt. Schmohl trat gestern zu Trainingszwecken auch beim Männer Interclub-Spiel an und nahm dem starken deutschen Spieler Stefan Leifels einen Satz ab. Während also Woh-
lens Zukunft ungewiss scheint, sieht sie bei den Fricktalern rosig aus.