Unentschieden. Dieses Resultat scheint gegen den TV Steffisburg zur Gewohnheit zu werden. Markierte das Auswärts-31:31 in der Vorrunde noch die Wende zum Besseren, war das 17:17 vom Samstag wohl eher ein Schuss vor den Bug.

Dabei sah es zunächst nach einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg aus: Auch ohne den rotgesperrten Topshooter Yanick Schläpfer legte Baden konzentriert los und überzeugte vor allem in der Abwehr. Geschlagene 13 Minuten dauerte es, bis die Gäste zu ihrem zweiten Tor kamen. Baden hatte da bereits sechs erzielt, bekundete aber auch immer mehr Mühe, den Ball zwingend vors gegnerische Tor zu bringen. Das 6-0 der Berner Oberländer erwies sich zusehends als ebenso hohe Hürde wie das offensive 3-2-1 der Badener – die plötzlich auf eine weitere wichtige Offensivoption verzichten mussten: Steven Larsson humpelte mit einer Knieverletzung vom Feld und kam nicht mehr zurück.

Nicht gerade der zwingendste Pfiff des Abends

10:7 zur Pause. Ein torreiches Spiel sieht anders aus. Und daran änderte sich auch in der zweiten Halbzeit nichts mehr: Steffisburg kämpfte sich beharrlich heran und liess sich partout nicht abschütteln. Das war vor allem der Verdienst von Yvan Wittenbach. Die Nummer 11 der Gäste erzielte insgesamt 5 Tore aus 6 Versuchen (davon 3/3 Siebenmeter) – was zu verkraften gewesen wäre, hätte Städtli 1 sein normales Rendement erreicht.

So aber kam es schliesslich zu der Art Finale, die gemeinhin einem legendären Hollywood-Regisseur zugeschrieben wird: Pascal Bühler erzielt in der 57. Minute das 17:16 für Baden, das noch mit einer Zeitstrafe gegen Steffisburg garniert wurde. Der Heimsieg war in Griffweite – bis es plötzlich auch noch für Städtli 1 eine Zeitstrafe absetzte: Thomas Stalder wurde exakt zwei Minuten vor Ende der Partie wegen Nichteinhaltens des Abstands bei einem Freistoss für zwei Minuten auf die Bank geschickt. Nicht gerade der zwingendste Pfiff des Abends.

Dann überschlagen sich die Ereignisse: Ballverlust Steffisburg, Timeout Baden. Städtli 1 40 Sekunden vor Schluss mit einem Tor voraus und in Ballbesitz. Das müsste doch einfach reichen.

Tut es aber nicht

Statt die restliche Zeit herunterzuspielen, lassen sich die jungen Wilden noch einmal zu einem Abschlussversuch verleiten, der in der Abwehr der Gäste hängen bleibt.

Timeout Steffisburg.

Noch 18 Sekunden zu spielen. Steffisburg rennt an. Baden schafft es nicht, den Ballführenden zu neutralisieren. Jens Weinekötter nimmt sein Herz in beide Hände, wirft den Ball durchs Gewühl – und rettet Steffisburg mit seinem ersten und einzigen Treffer einen wertvollen Punkt gegen den Abstieg.

17:17. Was soll man sagen? Mit 17 kassierten Toren gewinnt man normalerweise ein Spiel – mit 17 geschossenen eher nicht. Städtli 1 hat zwar eine grossartige Defensivleistung gezeigt, fand vorne aber kein zwingendes Rezept gegen die hoch motivierten Gäste. Und wie der Sieg am Ende noch aus der Hand gegeben wurde, darf getrost der Unerfahrenheit der jungen Wilden zugeschrieben werden. Ein weiterer «Lehrblätz» für eine Mannschaft, die seit Saisonbeginn weit über den Erwartungen spielt und schon mehrfach beweisen hat, dass sie aus Negativerfahrungen praktische Lehren ziehen kann.

Wegweisende Partien

Baden ist nun zwar von Platz drei auf Platz vier gerutscht, aber nur weil das punktgleiche Altdorf eine um zwei Treffer bessere Tordifferenz aufzuweisen hat. Fünf Runden vor Schluss wird die Liga somit von vier Mannschaften angeführt, die jeweils punktgleiche Pärchen bilden – und Baden spielt im Reigen der Ex-NLA-Clubs Endingen, Basel und Altdorf munter mit.

Wohin die Reise geht, wird sich in den nun folgenden Partien gegen die beiden aktuell punktgleichen Topteams der Liga weisen: Erst geht es auswärts nach Basel, dann wird Endingen in der Aue empfangen. Man darf gespannt sein, wie Trainer Björn Navarin seine jungen Wilden auf diese Kaliber einstellt.