Triathlon
Unerwarteter Erfolg beschert ihr WM-Ticket beim Debüt

Heidi Bader aus Oberwil-Lieli hat sich letzten September für die Halb-Ironman-WM in Las Vegas qualifiziert. Nach einem Jahr Vorbereitung wird sie an ihrem 25. Geburtstag das bisher wichtigste Rennen ihrer Karriere bestreiten.

Fabio Baranzini
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Heidi Bader.

Heidi Bader.

Fabio Baranzini

Ungewöhnlich. Dieses Adjektiv beschreibt den Verlauf von Heidi Baders Sportkarriere wohl am treffendsten. Mit 14 begann sie Triathlon-Wettkämpfe zu bestreiten, doch als sie zwei Jahre später ihre Lehre als Hochbauzeichnerin in Angriff nahm, hörte sie auf. In der Phase, in der bei vielen Sportlern die Grundlage für eine erfolgreiche Karriere gelegt wird, trainierte Heidi Bader kein einziges Mal. «Ich habe sechs Jahre lang nie Sport getrieben, sondern einfach das Leben genossen», erzählt sie.

Erst, als eine Bekannte sie fragte, ob sie bei der Sola-Stafette eine Ablösung übernehmen würde, begann sie wieder regelmässig zu joggen. «Ich wollte mich auf der 8-Kilometer-Laufstrecke ja nicht blamieren», meint sie lachend. Neben dem Joggen fing sie auch wieder an zu schwimmen, und kurze Zeit später ging sie zurück zum Triathlonclub Triteam Limmattal. Ende 2010 begann Bader intensiv zu trainieren.

Arbeitspensum reduziert

Das viele Training zeigte schnell Wirkung. Im September 2011 bestritt Heidi Bader in Aix-en-Provence (Fr) ihren ersten Halb-Ironman. Über die 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Velofahren und 21 Kilometer Laufen belegte die damals 23-Jährige auf Anhieb den zweiten Rang, womit sie sich für die WM in Las Vegas qualifizierte. Mit diesem unerwarteten Erfolg war der Ehrgeiz von Heidi Bader endgültig geweckt. «Ich wollte noch mehr und noch professioneller trainieren», blickt sie zurück.

Um dies tun zu können, reduzierte sie ihr Arbeitspensum auf 80 Prozent und absolviert jede Woche zehn bis zwölf Trainingseinheiten. Auf ihre erste WM, an der sie nach nur zwei Jahren Triathlontraining teilnimmt, hat sich die Aargauerin minutiös vorbereitet. Bader tüftelte am Material und an der richtigen Ernährung, bestritt etliche Trainingswettkämpfe und probierte neue Trainingsmethoden aus. Der Aufwand hat sich gelohnt, denn sowohl beim Schwimmen als auch beim Velofahren hat sie grosse Fortschritte gemacht. Einzig beim Laufen konnte sie sich nicht wie gewünscht weiterentwickeln. «Aufgrund einer Sehnen-Entzündung im Knie konnte ich nur eingeschränkt trainieren», sagt sie.

Lang ersehnte Ferien

Drei Tage vor dem WM-Rennen wird Bader mir ihrem Freund, ebenfalls ein Triathlet, nach Las Vegas fliegen. Für den Wettkampf hat sie sich vor allem beim Schwimmen einiges vorgenommen. «Obwohl es beim Start jeweils schlimmer zu und her geht als in einer Waschmaschine, will ich vorne dabei sein», sagt sie. Am Ende soll eine Klassierung in der ersten Hälfte der Kategorie der 25- bis 29-Jährigen rausschauen. Nach dem Wettkampf wird Bader mit ihrem Freund zwei Wochen Ferien anhängen. «Es sind meine ersten richtigen Ferien seit mehr als einem Jahr», freut sie sich.