Küttigen

Unerwartete WM-Premiere für Küttiger Wasserspringerin Vivian Barth

Fast täglich feilt Wasserspringerin Vivian Barth im Schwimmbad Telli an der Eleganz ihrer Sprünge. fba

Fast täglich feilt Wasserspringerin Vivian Barth im Schwimmbad Telli an der Eleganz ihrer Sprünge. fba

Es ist der Tag vor der Abreise nach Australien. Trotz Schule, Mentaltraining und den letzten Reisevorbereitungen nimmt sich Vivian Barth Zeit für ein Treffen im Schwimmbad Telli, wo die Küttigerin fast täglich trainiert. Die 15-Jährige hat sich für die Junioren-Weltmeisterschaft im australischen Adelaide qualifiziert.

Bis zu 15 Stunden pro Woche investiert sie in ihren Sport. Stets mit dabei ist Vater Michael, der seine Tochter vor sieben Jahren zum Wasserspringen gebracht hat und seither als Trainer betreut.

Der Vater als Trainer, gibt das keine Reibereien? Vivian Barth lacht und überlegt kurz. «Es geht mittlerweile besser, aber es ist immer noch schwierig. Vor allem dann, wenn ich nicht gut trainiert habe. Das höre ich dann zu Hause nochmals», erzählt sie. Allzu oft dürfte dies jedoch nicht der Fall gewesen sein, denn das Palmarès der 15-Jährigen ist beeindruckend.

Sowohl bei den Junioren als auch bei der Elite gewann sie in dieser Saison mehrere Schweizer Meistertitel. Zudem erreichte sie an der Junioren-Europameisterschaft in Graz (Ö) Mitte Juli den überraschenden 6. Rang vom 3-Meterbrett. Dank diesem Exploit hat sie vor knapp zwei Monaten das WM-Ticket für Adelaide gelöst. «Ich konnte es am Anfang gar nicht glauben, dass ich es geschafft habe. Das ist wie ein Traum», freut sich Barth.

Intensive Vorbereitung

Auf die WM hat sich die Küttigerin, die derzeit die 4. Bezirksschulklasse an der Sportschule in Buchs besucht, minutiös vorbereitet. Die letzten drei Wochen vor der Abreise feilte sie in jedem Training an ihrem Sprungprogramm, das aus fünf Standardsprüngen und drei Kürsprüngen besteht. Um sich optimal an die Bedingungen vor Ort anzupassen und den Jet Lag los zu werden, flog Vivian Barth gemeinsam mit drei anderen Schweizer Athleten und ihrem Vater, der als Trainer dabei ist, bereits mehr als eine Woche vor Wettkampfbeginn nach Australien.

Für ihre beiden Einsätze von 1- und vom 3-Meterbrett hat sich die junge Sportlerin einiges vorgenommen: «Vom 3-Meter möchte ich in den Final und meine Punktzahl, die ich an der EM erreicht habe, verbessern. Ein Rang unter den ersten 18 ist das Ziel vom 1-Meterbrett.»

Der Olympiatraum

Vivian Barth strebt in ihrer Karriere aber weit höhere Ziele an. «Ich möchte einmal in einem Olympiafinal stehen», blickt Barth, deren grosses Vorbild die Italienerin Tanja Cagnotto ist, in die Zukunft.

Die Eleganz der Olympiavierten von London ist es, die Vivian Barth ins Schwärmen bringt und die Eleganz ist es auch, die sie am Wasserspringen fasziniert. «Es ist fast wie fliegen», sagt sie. Bleibt zu hoffen, dass sie an der Junioren-Weltmeisterschaft zum Höhenflug ansetzt und keine Bruchlandung erleidet.

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