NLA-Handball

Und täglich grüsst das Murmeltier: Der TV Endingen hält gegen den HSC Suhr Aarau lange mit und verliert doch

Der TV Endingen hält im zweiten Aargauer Derby der Saison 40 Minuten lang mit dem HSC Suhr Aarau mit – und verliert dann doch 14:20. Am Ende sind beide Trainer nicht zu frieden mit der Leistung ihrer jeweiligen Mannschaft.

Kennen Sie den Film «Und täglich grüsst das Murmeltier»? Im Hollywood-Klassiker aus dem Jahr 1993 erlebt Hauptdarsteller Bill Murray ein und denselben Tag immer und immer wieder. In etwa so muss man sich beim TV Endingen in Bezug auf das Aargauer Derby gegen den HSC Suhr Aarau fühlen.

Seit Jahren gehen die Surbtaler aus hinlänglich bekannten Gründen (Budget, Kader, Ambitionen) jeweils als Aussenseiter in die Partien gegen den Kantonsrivalen. Immer wieder vermag der TVE in den intensiven Kräftemessen gegen den HSC mitzuhalten – aber nur über einen begrenzten Zeitraum.

Am Mittwochabend reichte die Kraft für 40 Minuten. Dann wuchs der Rückstand der Endinger innert gerade einmal zwei Minuten auf vier Treffer (10:14) an – die Partie war verloren, das 14:20-Endresultat aus Sicht des Heimteams knapp 20 Minuten später nur noch Formsache. Sehr ähnlich war der Spielverlauf auch im ersten Derby der Saison gewesen. Anfang September hatte die Mannschaft von TVE-Trainer Zoltan Majeri bis zur Pause (15:17) mithalten können, es resultierte eine 24:31-Pleite. 2406 Tage dauert das Warten des TVE auf einen Triumph über den HSC mittlerweile an.

Dabei wäre am Mittwochabend so vieles anders gewesen. Die Endinger traten keck auf, trugen das ihrige zu einer unterhaltsamen Partie bei – leisteten sich aber schlicht und einfach zu viele Fehlwürfe. «Das war enorm schade. Wir hatten gute Lösungen, sind zu vielen 1-gegen-1-Abschlüssen gekommen, aber von diesen haben wir viel zu viele zu einfach verschenkt», sagt Majeri nach der Schlusssirene.

Auch neben der Platte präsentierte sich die Szenerie ganz anders als zuletzt. Erstmals fand gestern nämlich ein Derby unter dem verschärften Schutzkonzept statt. Schutzmasken waren deshalb allgegenwärtig: Beim Einmarsch der beiden Teams, bei den Spielern auf der Bank und bei den 50 Zuschauerinnen und Zuschauern auf den Rängen sowieso. Aber all das half letztlich nicht. Majeri und Co. wähnten sich nach der Schlusssirene trotz allem mitten in der Handlung von «Und täglich grüsst das Murmeltier».

Déjà-vu: Portugiesische Verletzungssorgen beim HSC

Trotz Sieg zeigte sich auch HSC-Cheftrainer Misha Kaufmann nur mässig erfreut: «Klar, die zwei Punkte nehmen wir mit. Aber ich bin mit dem Auftritt meiner Mannschaft überhaupt nicht zufrieden. Vor allem im Angriff haben wir uns sehr schwer getan.» Nicht unwesentlich am positiven Spielausgang zu Gunsten von Suhr Aarau war Torhüter Dragan Marjanac beteiligt. Der Serbe verzeichnete eine hervorragende Abwehrquote von 54 Prozent.

Der HSC reist aber nicht nur mit zwei Punkten im Gepäck ab, sondern auch mit neuen Sorgen: Der Portugiese João Ferraz war aufgrund einer bei der Nationalmannschaft erlittenen Sprunggelenkverletzung gar nicht erst aufgelaufen und sein Landsmann Diogo Oliveira tat es ihm noch vor der Pause gleich. Der Rückraumspieler zog sich in einem Zweikampf am Kreis mutmasslich eine schwere Verletzung im Sprunggelenk zu.

Damit erlebt auch der HSC seinen «Und täglich grüsst das Murmeltier»-Moment: Die beiden Portugiesen waren bereits im früheren Saisonverlauf gleichzeitig verletzt ausgefallen.

TVE-Kreisläufer Simon Huwyler (r.) im Zweikampf mit HSC-Rückraumspieler Sergio Muggli.

TVE-Kreisläufer Simon Huwyler (r.) im Zweikampf mit HSC-Rückraumspieler Sergio Muggli.

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