Der Frust bei Marco Schneuwly, Olivier Jäckle und Elsad Zverotic nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Urs Schnyder sitzt tief. Sehr tief. Schneuwly verwirft die Hände. Jäckle hadert mit dem Schicksal. Zverotic lässt den Kopf hängen. Den drei Spielern fällt der Gang zu den FCA-Fans nach der bitteren Niederlage nicht leicht. Sie bedanken sich trotzdem, winken den Anhängern zu, verschwinden danach aber schnell in der Garderobe.

Einer ist besonders angefressen: Zverotic! Ihn schmerzt nicht nur die 0:2-Niederlage. Nein! Zu allem Übel schlug ihm ein Spieler von Vaduz in der Hitze des Gefechts im Verlauf der zweiten Halbzeit einen Ellbogen ins Gesicht. Das Resultat ist deutlich sichtbar: Das Veilchen unter dem linken Auge leuchtet tiefblau.

«Das ist symptomatisch für das Spiel», sagt Zverotic mit einem Anflug von Galgenhumor. «Heute war alles andere als der Tag des FC Aarau. Wir waren zwar klar besser als Vaduz, scheiterten aber an der schlechten Chancenverwertung. Nach zehn Spielen ohne Niederlage ist das ein Rückschritt. Aber ich bin sicher, dass wir auf die Erfolgsstrasse zurückkehren werden.»

Ironie des Schicksals 

Dass der FC Aarau schliesslich ohne Torerfolg blieb, war allerdings nicht nur auf die mangelhafte Effizienz der Stürmer zurückzuführen, sondern auch auf die tadellose Leistung von Vaduz-Torhüter Andreas Hirzel. Aus Sicht des FC Aarau ist es Ironie des Schicksals, dass Hirzel zum Matchwinner für Vaduz wird.

Der gebürtige Zürcher spielte als Junior während mehrerer Jahre für den FC Aarau, galt in dieser Zeit als grosses Talent und war auf dem Sprung in die erste Mannschaft. Seit dieser Saison ist er Stamm-Torhüter der Liechtensteiner.

Hirzel ist gegen Aarau der beste Vaduzer und bewahrt seine Mannschaft mit drei Glanzparaden vor einem Gegentreffer. «Dieser Sieg gegen ein zuletzt völlig entfesseltes Aarau ist für uns ein Befreiungsschlag im Abstiegskampf», sagt Hirzel. «Die Aarauer hatten zwar mehr Spielanteile, aber wir zeigten mehr Biss und waren aggressiver. Natürlich ist es für mich eine besondere Genugtuung, dass ich gegen meinen früheren Verein kein Gegentor kassiert habe.»

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